Petzenkirchnerin (15) sprengt Geschlechterrollen. Traumjob: Rauchfangkehrerin. Zuerst wurde die 15-Jährige abgelehnt. Jetzt erzählt Kim Sirlinger von ihrem Beruf und gibt Tipps.

Von Christina Brandstetter. Erstellt am 13. Februar 2021 (05:02)
Kim Sirlinger behauptet sich seit einem halben Jahr als Schornsteinfegerin.
privat

Wer den Rauchfangkehrer als großen und starken Mann in Schwarz oder gar nur als Neujahrs-Glücksbringer kennt, der hat nicht mit Kim Sirlinger gerechnet. Die 15-Jährige absolviert derzeit ihre Lehre als Schornsteinfegerin und etabliert sich dadurch in einer Männerdomäne.

Es war schon immer ihr Traum, diesen Beruf einzuschlagen. Doch der Weg war nicht immer leicht. Wenn man Sirlinger auf Sexismuserfahrungen anspricht, sagt sie: „In Göstling habe ich einen Lehrplatz gefunden. Ich verstehe mich mit meinen Kollegen sehr gut und habe mich bereits an alles gewöhnt. Zuerst habe ich mich aber bei einem anderen Betrieb im Mostviertel beworben. Dort wollte man mich nicht nehmen, weil ich eine Frau bin.“

Jetzt – ein halbes Jahr später – ist Sirlinger zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. „Es gefällt mir, weil es so abwechslungsreich ist und man viele Leute trifft.“ Der Kontakt muss aufgrund der Pandemie aber etwas eingeschränkt werden. Die junge Frau erzählt: „Wenn wir ins Haus kommen, tragen wir eine Maske, aber sobald wir alleine sind, können wir sie dann abnehmen.“ Auch die Zeit in der Berufsschule gestaltet sich wegen Corona etwas anders: „Am Montag geht es wieder los. Aber die genauen Infos bekomme ich noch“.

Ratschläge an zukünftige Lehrlinge

Die 15-Jährige ist überzeugt von ihrem Beruf. „Diese Arbeit kann ich jedem empfehlen. Gelenkigkeit ist aber wichtig, und der Bauch darf auch nicht zu groß sein“, lacht sie.