Erstellt am 28. März 2017, 05:00

von Jutta Streimelweger und Nadja Straubinger

Kein Nostalgiezug in Bischofstetten. Bischofstettner Bahnhofsfreunde, Geschäftsführer und Prokurist ziehen sich aus Projekt zurück. Ober-Grafendorfer bleiben dran – Zug soll bis Rammersdorf fahren. Von Nadja Straubinger und

Reinhard Sieber wirft als Geschäftsführer das Handtuch.  |  Straubinger

Der nächste Paukenschlag in der Causa Krumpe: Geschäftsführer Reinhard Sieber zieht sich aus dem Projekt zurück und mit ihm der Bischof-stettner Prokurist Karl Krach.

In den letzten Monaten habe sich die Situation zwischen dem Bischofstettener VP-Bürgermeister Reinhard Hager und den Vertretern der „Ober-Grafendorf Anschlussbahnengemeinnützige GmbH“ immer mehr zugespitzt.

Sonderstellung ausverhandelt

Bischofstetten hat sich eine Sonderstellung verhandelt, damit auch ohne Zustimmung der beiden anderen Gemeinden Ober-Grafendorf und St. Margarethen ein Ausstieg aus dem Vertrag möglich ist. Den Rest gab der Geschäftsführung die Vorgabe, dass die Krumpe nur bis zum Sportplatz fahren soll.

„In den letzten Wochen sind Dinge passiert, die nur diesen Schritt zulassen“, so Sieber. Der Rücktritt sei eine logische Konsequenz. „Der Betrieb der Bahnstrecke von Ober-Grafendorf nach Bischofstetten im Sinne einer Tourismusbahn ist nicht mehr in der beabsichtigten Form möglich, da wesentliche Voraussetzungen fehlen“, so Sieber.

Mit der veränderten Strecke wäre das ganze Behördenverfahren für die Gleise und kostenintensive Änderungen notwendig geworden. Durch die Einstellung der Krumpe hat die Strecke zwar die Konzession verloren, für die Gleise gab es aber eine Genehmigung. „Die Termine in der letzten Zeit waren aufwendig, ich wollte mir nicht sagen lassen, ich hätte nicht alles probiert.“

„Mh.6“ und Handlfinger wollen weitermachen

Mittlerweile haben auch die Bischofstettner Bahnfreunde bekannt gegeben, dass sie nicht weitermachen. „Das bringt einfach nichts mehr, der Bürgermeister hat uns zu viele Prügel vor die Beine geworfen. Die Alternative mit dem Stopp Höhe Sportplatz wäre aufwendig und kostenintensiv, schließlich bräuchten wir ein zweites Gleis und einen Bahnsteig, das müsste erst genehmigt werden“, so Obmann Franz Berger.

Die Idee des Tourismus durch den Zug sei gestorben – das könne sich Bürgermeister Hager auf die Fahnen heften. „Der Rücktritt ist schade, bedeutet allerdings nicht, dass die Eisenbahn damit gestorben ist“, sagt Hager. Er müsse aber bald wissen, wie es weitergeht, weil die Gemeinde über die Nachnutzung informieren muss.

Weitermachen will der Ober-Grafendorfer Eisenbahnclub „Mh.6“ mit Erich Dürnecker. „Es geht hier rein um parteipolitische Themen“, ärgert er sich über Hager. Er bestätigt, dass ein Nachfolger für Sieber gesucht wird. Ober-Grafendorfs SP-Ortschef Rainer Handlfinger betont sogar: „Ich hoffe, dass wir Sieber überzeugen können, weiterzumachen.“ Er will sich vom Projekt nicht abbringen lassen und die Mini-Variante nach Rammersdorf umsetzen.