Kilber Unternehmer will Holz für den Klimaschutz bieten. Mit seinem Projekt „Treesource“ will der Kilber Unternehmer Leopold Sandler für Nachhaltigkeit auf dem Holzmarkt sorgen. Derzeit läuft eine Investment-Kampagne.

Von Michael Bouda. Erstellt am 19. Juni 2019 (05:30)
privat
Leopold Sandler hat in Kilb die Oekotree GmbH gegründet.

Holz, ob für Möbel, Hausbau oder Musikinstrumente, das nicht aus dem Regenwald stammt, sondern in der EU entsteht: Das ist der Inhalt des Projekts „Treesource“ von Leopold Sandler, der dafür die Oekotree GmbH mit Sitz in Kilb ins Leben gerufen hat.

Vor sechs Jahren kaufte Sandler in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb brachliegende Landwirtschaftsflächen, um schließlich insgesamt 60.000 Paulownia-Bäume zu pflanzen – eine ursprünglich in Asien beheimatete Art, die sich vor allem durch schnelles Wachstum auszeichnet. „Die Vorteile sind, dass der Anbau nachhaltig ist und damit Ressourcen und CO² gespart werden“, erklärt Sandler im Gespräch mit der NÖN.

Denn das Holz wächst in der EU, Regenwald bleibt unberührt und der Verkauf am europäischen Markt bedeutet vergleichsweise kurze Transportwege.

Vor etwa drei Jahren startete der Immobilienentwickler und -investor dann mit dem Projekt – als privates Investment. Geld dafür aufzutreiben war schwierig, wie Sandler schildert: „Es ist sehr kompliziert, weil man dann schnell im Bankwesengesetz ist. Und bei Banken selbst war es schwer.“

Crowdfunding als ideale Finanzierung

Ein „Brainstorming“ führte dann zur Lösung: Crowdfunding. Seit Anfang Juni ist dies auf der Crowdinvesting-Plattform „Conda“ möglich. „Es können sowohl private als auch unternehmerische Anleger investieren – schon ab 100 Euro“, erklärt Sandler. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Start-ups bestehe das Anfangsrisiko nicht. Sandler: „Die Bäume stehen schon – man investiert also in Bäume, die schon vor zwei Jahren gepflanzt wurden.“ Rund 180.000 Euro wurden so bereits lukriert, 500.000 Euro sind das Ziel.

Zehn Jahre dauert es in etwa, bis das Holz der Paulownia-Bäume verwertet werden kann. 10.000 bis 20.000 Bäume sollen dann jährlich gepflanzt beziehungsweise geschnitten werden. „Wie sich der Holzpreis entwickelt, werden wir sehen, aber wir rechnen mit einer Verzinsung von sieben bis acht Prozent jährlich“, blickt Sandler in die Zukunft.