Corona-Demo in Wien: Martin Huber "spazierte" mit. Ehemaliger FPÖ-Politiker und "wilder" Landtagsabgeordneter aus Blindenmarkt (Bezirk Melk) nahm an untersagter Demo gegen Corona-Schutzmaßnahmen vergangenen Sonntag in Wien teil. Drei Polizisten aus dem Bezirk waren zudem im Einsatz.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 02. Februar 2021 (10:12)
Martin Huber, ehemaliger FPÖ-Politiker, heute „wilder“ Abgeordneter im Landtag NÖ.
FPÖ/Archiv

Die Unzufriedenen aller Art haben sich am vergangenen Sonntag in Wien versammelt, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Obwohl – oder gerade weil? – die Landespolizeidirektion Wien im Vorfeld alle Kundgebungen „zum Schutz der Gesundheit“, wie Sprecher Daniel Fürst gegenüber der NÖN betont, untersagte.

Screenshot: Facebook

Unter der wilden Mischung von rund 10.000 Menschen – Familien mit Kindern, Kritiker der  Schutzmaßnahmen, Esoteriker, rechte Identitäre – war auch ein „wilder“ Landtagsabgeordneter aus dem Bezirk Melk.

Demo via Facebook-Postings dokumentiert

Martin Huber aus Blindenmarkt, ehemaliger Klubobmann der FPÖ Niederösterreich und heutiger freier Abgeordneter im NÖ Landtag, nahm am „Spaziergang“ teil. Via Facebook  dokumentierte er die Demo. 22.812 Schritte habe er zurückgelegt – ÖVP-Innenminister Karl Nehammer und einer Schrittzähler-App sei Dank.

Screenshot: Facebook

Eine umfassende NÖN-Anfrage zu seiner Teilnahme als Politiker – er hätte schließlich eine gewisse Vorbildwirkung – ließ Huber unbeantwortet.

Huber wünsche sich "normalen Umgang" mit Virus

Der Blindenmarkter sorgte im Vorjahr vor allem wegen eines Gratulationspostings an Adolf Hitlers Geburtstag für Schlagzeilen. Dafür setzte es, nicht rechtskräftig, zwölf Monate bedingt. Über seine Ansichten der Corona-Politik sprach er zuletzt mit der NÖN Ende 2020: Er leugne das Virus nicht, aber er wünsche sich einen „normalen Umgang“ damit. Laut Bezirkspolizeichef Herbert Oberklammer waren drei Polizisten aus dem Bezirk bei der Demo in Wien im Einsatz. Die Landespolizeidirektion Wien informiert, dass im Rahmen des "Spaziergangs" insgesamt über 1.700 Anzeigen erstattet und elf Personen festgenommen wurden.