Melk: Schüler drohte Klasse über WhatsApp. Weil er sich von den anderen gehänselt fühlte, soll ein Schüler über eine Sprachnachricht gedroht haben und handgreiflich geworden sein. Er bekommt Bewährungshilfe und muss Sozialstunden leisten.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 27. Oktober 2020 (16:08)
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In einer Sprachnachricht im Chat einer Melker Schulklasse soll ein Siebzehnjähriger gedroht haben: „Ich verbrenne euch. Ich schlage euch morgen in der Schule, ich komme mit dem Gürtel.“ Die anderen hätten sich immer über ihn lustig gemacht, deswegen habe er das gesagt.

Die Nachricht war nur ein Scherz, sagt der Angeklagte vor Gericht. Der Richter findet das aber nicht besonders lustig. Die Vorwürfe: gefährliche Drohung und schwere Körperverletzung. Außerdem soll er nämlich einen Mitschüler verletzt haben.

Bei der ersten Verhandlung des Falles im Mai hatte der Beschuldigte noch darauf bestanden, unschuldig zu sein. Weil aber der Richter seit der ersten Verhandlung gefühlt die ganze Schulklasse des Angeklagten befragt hatte und dadurch die Sprachnachricht als Beweis aufgetaucht war, sieht die Sache bei der zweiten Verhandlung anders aus. Der Schüler ist geständig und nimmt das Angebot der Diversion an.

Er muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und bekommt Bewährungshilfe. Ein verdutztes Aufatmen unter den Jugendlichen der Schulklasse, die als Zeugen geladen waren. Sie müssen nicht mehr aussagen, die Verhandlung ist nach zehn Minuten beendet.