Ybbser Bürgermeistersitz: Löst Schachner Schroll ab?. Innerhalb der Ybbser SPÖ rumort es schon länger, interne Debatte scheint jetzt ihren Höhepunkt zu erreichen. Gerüchteküche brodelt, angeblich soll amtierende SP-Vize Ulrike Schachner nach Alois Schrolls Rücktritt Bürgermeisterin der Stadt werden.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (12:14)
Alois Schroll, amtierender SP-Bürgermeister in Ybbs und Ulrike Schachner, amtierende SP-Vize in Ybbs.
privat

Dass es innerhalb der Ybbser SPÖ brodelt, zeichnete sich schon länger ab. Die jüngste Gemeinderatssitzung vor Weihnachten startete etwa eine knappe Dreiviertelstunde später, weil die SP-Mandatare intern noch diskutierten.

Mittlerweile droht der "rote Druckkochtopf" allerdings zu explodieren. Die Tage im Bürgermeistersessel scheinen für Alois Schroll, der auch für die SPÖ im Nationalrat sitzt, gezählt zu sein.

SP-Sidl wünscht sich "einvernehmliche Lösung"

Zahlreiche Gerüchte über die Polit-Spitze kursieren aktuell in Ybbs.

Alois Schroll, amtierender SP-Bürgermeister in Ybbs.
privat

Die Sozialdemokraten regieren dort mit absoluter Mehrheit mit 16 Mandaten, die ÖVP ist mit elf Sitzen die zweitstärkste Partei, auf die FPÖ kommt ein Mandat, einen Gemeinderat stellt die Wahlplattform unabhängiger Ybbser (WUY). Glaubt man der Gerüchteküche, soll Schroll als Bürgermeister zurücktreten und die amtierende SP-Vize Ulrike Schachner in die erste Reihe ziehen.

Mehrere NÖN-Anfragen an Schroll und weitere SP-Mandatare blieben bislang unbeantwortet. Per Facebook-Posting informieren Schroll und SP-Parteivorsitzender Dominic Schlatter, dass es sich bei den aktuellen Gerüchten um "Spekulationen ohne jeglicher Grundlage" handle. Richtig sei viel mehr, dass es nach den Feiertagen bereits längere Zeit anberaumte parteiinterne Gespräche geben werde, in denen sich die SPÖ Ybbs für die Zukunft aufstellt. Man könne sich aber sicher sein, dass sich die SPÖ weiterhin für die Entwicklugn der Stadt Ybbs einsetzen werde: "Einige Ideen dazu befinden sich bereits in konkreter Vorbereitung.“

SP-Bezirksvorsitzender Günther Sidl betont, dass er sich eine "einvernehmliche Lösung ohne böses Blut" für die interne SP-Debatte wünsche. Ein Statement, dass die Gerüchte um den Rücktritt Schrolls nicht gerade dementiert.

VP-Kratzer: "Es muss sich etwas ändern"

"Es wundert mich nicht, dass es innerhalb der SPÖ rumort", kommentiert Gert Kratzer, Ybbser VP-Vorsitzender, die Situation. Einer politischen Veränderung blicke er positiv entgegen: "Es muss sich etwas ändern, dafür gab es in der Vergangenheit viele Zeichen."

Ulrike Schachner, amtierende SP-Vize in Ybbs.
privat

Dass Schachner künftig Bürgermeisterin von Ybbs sein könnte, ist im Sinne der Oppositionsparteien: Bereits bei der konstituierenden Sitzung nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 stimmten die Mandatare der ÖVP, FPÖ und WUY für die amtierende Vize, nur dank der "roten" Mehrheit fiel die Bürgermeisterwahl auf Schroll. "Wenn es so kommt, wäre es nicht der größte Schaden für Ybbs", meint Kratzer, "Aber es geht allen voran jetzt darum, wie es für unsere Stadt weitergeht."

Wie sich die Lage in Ybbs in den nächsten Tagen entwickelt und weitere Stimmen zu den Ybbser SP-Querelen lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Melker NÖN bzw. im E-Paper.