Ehefrau misshandelt: 40-Jähriger vor Gericht. 40-Jähriger bestreitet, seine Frau misshandelt zu haben. Vor Gericht fasste er fünf Monate bedingt Strafe aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 13. Juni 2019 (04:00)
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„Ich habe meine Frau nie geschlagen. Sie hat mich geschlagen, sie ist oft mit den Fäusten auf mich losgegangen“, sagt ein Afghane (40) vor Gericht. Nur so viel gibt er zu: „Ich war sauer, weil ein fremder Mann bei ihr war.“ Fortgesetzte Gewaltausübung gesteht der Mann im Prozess nicht. Laut Staatsanwaltschaft soll er seine Ehefrau ein Jahr lang regelmäßig bespuckt, an den Kleidern gerissen, mit flacher Hand geschlagen und mit Füßen getreten haben.

Von Gewalt erzählt unterdessen das Opfer. „Ich weiß nicht, warum er mir das antut. Unsere Ehe war früher sehr gut“, erklärt die Frau des Angeklagten. Und weiters: „Er hat mir Ohrfeigen gegeben, mich am Rücken, Gesäß und Becken geschlagen. Manchmal einmal, manchmal zweimal in der Woche. Bespuckt hat er mich, weil er grundlos eifersüchtig war.“

„Weil ich mich davor nicht getraut hatte“

Anzeige erstattete die Frau erst, nachdem sie sich einer Sozialarbeiterin anvertraut hatte. „Weil ich mich davor nicht getraut habe, weil ich nicht wollte, dass die Familie zerstört wird. Und ich habe gehofft, dass er sich wieder beruhigt.“ Mittlerweile lebt das Ehepaar getrennt, weil der Angeklagte weggewiesen wurde.

Strenge Bestrafung fordert eine Opferanwältin. „Der Angeklagte hat starkes Kontrollverhalten an den Tag gelegt, seine Impulskontrolle ist zu hinterfragen“, meint diese.

Für die Richterin steht Schuld fest, sie verhängt über den 40-Jährigen fünf Monate bedingte Freiheitsstrafe. „Das Opfer war sehr glaubwürdig“, begründet die Richterin den Schuldspruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.