Für Hilfe in die Welt hinaus. Reinhard Lassner war in acht Ländern im Einsatz. Darüber berichtet er nun in Mank.

Von Michael Bouda. Erstellt am 01. Februar 2019 (05:43)
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Seine Zeit in Haiti war für Reinhard Lassner eine der prägendsten der letzten Jahre. Insgesamt war er mit Ärzte ohne Grenzen bei neun Einsätzen.
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Von Pakistan bis Haiti, von Libyen bis in den Kongo: In den vergangenen sechs Jahren hat Reinhard Lassner bereits neun Einsätze mit Ärzte ohne Grenzen absolviert, acht Länder und drei Kontinente bereiste er dabei.

„Im Grunde wollte ich schon 2016 aufhören, aber zu Hause zieht es mich immer wieder hinaus in die Welt zu neuen Einsätzen“, lacht Lassner. Wenn er gerade „zu Hause“ – ein dehnbarer Begriff für den 51-Jährigen – ist, wohnt er in Texingtal und Melk.

Früher war Lassner im Finanz- und Versicherungswesen tätig, sein dort erlangtes Wissen bringt er seit 2013 bei Ärzte ohne Grenzen ein – als Administrator, Finanzkoordinator oder Finanzcoach, beispielsweise um Menschen vor Ort in organisatorischen Angelegenheiten zu trainieren.

„Jede Rückkehr nach Hause macht mir den Luxus in Österreich bewusst.“ 
Reinhard Lassner war für Ärzte ohne Grenzen bereits auf drei Kontinenten

Sein jüngster Einsatz führte ihn nach Äthiopien, wo er in einem Flüchtlingslager für 42.000 Menschen aus dem Südsudan arbeitete. „Mitten im Camp aus Lehmhütten waren der Arbeitsplatz und das Feldspital“, beschreibt Lassner den einmonatigen Einsatz als eine Erfahrung, die er nicht missen möchte: „Trotz sehr einfacher Unterkunft und Duschen und Toiletten im Freien war die Begegnung mit den Menschen, vor allem mit Kindern, sehr bereichernd. Und jede Rückkehr nach Hause macht mir den Luxus in Österreich bewusst.“

Die größten Spuren hat aber Haiti hinterlassen. „Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre“, wie Lassner betont. Dort verbrachte er im Rahmen von zwei Einsätzen insgesamt zehn Monate und engagierte sich privat in einem Waisenhaus.

Seine Erfahrungen und die vielen persönlichen Erlebnisse in den verschiedenen Kulturkreisen teilt Lassner nun bei einem Vortrag. Auf Einladung des Katholischen Bildungswerks Mank berichtet er diesen Donnerstag ab 19 Uhr im Manker Pfarrheim über die vergangenen sechs Jahre. Diese wird er auch mit privaten Fotos Revue passieren lassen und einen Überblick über die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in über 70 Ländern geben. Als Eintritt dient eine freiwillige Spende, die Ärzte ohne Grenzen zugutekommt.

Und wohin geht‘s danach? „Es ist alles offen“, steht für Lassner noch nicht fest, wo er als Nächstes helfen wird. Äthiopien steht aber sehr weit oben auf seiner Liste. Lassner: „Wahrscheinlich kehre ich dorthin zurück, um bei einem anderen Projekt Mitarbeiter zu coachen.“