Gelungener Start für das Netzwerk Melker Alpenvorland. Seit Oktober besteht in der Region Mank das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland. Ein erstes Resümee.

Von Michael Bouda und Lea Babinger. Erstellt am 19. Februar 2021 (05:17)
Kurt Weissenborn mit Ergotherapeutin Sandra Wagner-Löffler in den neuen Räumlichkeiten des PVN in Kilb. Corona verhinderte den Start nicht, erschwerte zu Beginn aber die Kommunikation unter den Kollegen.
Bouda

Fünf Ärzte, sechs Gemeinden, ein Netzwerk: Seit Oktober sichert das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland (PVN) für den Großteil der Region Mank die Gesundheitsversorgung ab. „Es sind alle sehr zufrieden“, resümiert Kurt Weissenborn. Der Allgemeinmediziner aus Kilb war Initiator des Prestigeprojekts, die NÖN berichtete:

Zu den großen Vorteilen des PVN zählt neben der wochentags durchgängigen Erreichbarkeit zwischen 7 und 19 Uhr das sogenannte erweiterte Team.

Christoph Erber ist einer von zwei Managern beim PVN.
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„Hier hat man die Möglichkeit, verschiedene Therapien und Behandlungen in Bereichen wie zum Beispiel Sozialarbeit, Case & Care Management, Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie oder Diätologie leicht, schnell und kostenfrei zu erhalten“, erklärt Christoph Erber, einer von zwei Managern, die sich im Rahmen des PVN den administrativen Aufgaben widmen.

Seit drei Monaten in neuen Räumlichkeiten

Aus 14 Gesundheitsdienstleistern besteht das erweiterte Team. Und obwohl das PVN kleiner ausfiel, als ursprünglich geplant, behielt man die Größe bei – mit dem gleichen finanziellen Aufwand.

Zu Beginn mussten die unterschiedlichen Dienstleister noch auf die einzelnen Ordinationen in Kilb, Hürm, Texingtal, Kirnberg, Bischofstetten und St. Leonhard aufgeteilt werden, seit Mitte November empfangen sie ihre Patienten aber in den neu ausgebauten Räumlichkeiten im Zentrum Kilbs – im Gebäude des Gemeindeamts. „Das erweiterte Team hat sich sehr bewährt“, sagt Weissenborn: „Es dauert oft nur wenige Tage, bis man einen Termin bekommt – damit können auch Akut-Patienten die Therapie in Anspruch nehmen.“

Das erweiterte Team sorgt aber nicht nur für ein zusätzliches Angebot an medizinischen Dienstleistungen, sondern entlastet auch die Ärzte. Beispielsweise wenn Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause weiter Betreuung brauchen, können Case&Care-Manager wichtige Aufgaben übernehmen. Das bedeutet aber auch einen Lernprozess auf Medizinerseite. „Man ist gewohnt als Einzelkämpfer zu arbeiten und man muss sich erst daran gewöhnen, dass man Sachen auch auslagern kann“, schmunzelt Weissenborn.

„Sehr positiv zu bewerten“ ist für ihn die EDV-Vernetzung – dabei können die Ärzte innerhalb des Netzwerks im Fall der Behandlung auf wichtige Patienten-Daten zugreifen. Groß ist derweil noch der organisatorische Aufwand, bald sollte die Arbeitsentlastung für die Ärzte aber einsetzen. Weissenborn: „Das Rad beginnt sich zu drehen.“