„Sperrmüllbrigaden“: Müllsammeln als mehrfaches Problem. Sogenannte „Sperrmüllbrigaden“ sind wieder unterwegs. Einem Aufruf sollte man allerdings nicht folgen.

Von Michael Bouda. Erstellt am 14. August 2020 (04:23)
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Ob die alte Mischmaschine, der defekte Laptop oder ein nicht mehr benutztes Paar Ski: Sogenannte „Sperrmüllbrigaden“ laden per Flyer, jüngst wieder in Mank, dazu ein, derlei Gegenstände vor dem Haus abzustellen, damit sie eingesammelt werden können. Ein auf den ersten Blick einfacher Weg, sich nicht mehr benötigter Gegenstände zu entledigen. Auf den zweiten Blick werfen solche „Sammelaktionen“ aber große Probleme auf. „Es ist an und für sich verboten. Wenn die Sammler von den Kollegen ausfindig gemacht werden, werden sie bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt“, klärt Chefinspektor Herbert Oberklammer auf.

Alois Hubmann, Geschäftsführer des Gemeindeverbands für Umweltschutz und Abgabeneinhebung (GVU) ergänzt: „Ich glaube, der Bevölkerung ist nicht bewusst, dass sie Mittäter sind, wenn sie bei solchen Sammlungen etwas abgeben.“ Denn die „Brigaden“ handeln rechtswidrig, weil ihnen die entsprechende Bewilligung für das Sammeln von Abfällen fehle. Und wenn Bürger etwas loswerden wollten, dann seien sie gesetzlich dazu verpflichtet, dies der Gemeinde zu übergeben – oder dem von den Gemeinden beauftragten GVU.

Die Sammlungen bringen aber nicht nur rechtliche Probleme mit sich. „Die wichtigen Rohstoffe fehlen dann den heimischen Recyclingbetrieben und bleiben nicht im Land. Und zweitens werden gerade die Edelmetalle in den Ländern, in die der Sperrmüll gebracht wird, unter für Umwelt und Mensch sehr schädlichen Bedingungen gewonnen“, verweist Hubmann beispielsweise auf das „Abbrennen“ von Kabeln.

Genügend Angebot im Bezirk Melk

Dementsprechend wichtig sei es, das Angebot im Bezirk zu nutzen. „Man kann alles kostenlos in den Altstoffsammelzentren (ASZ) abgeben“, appelliert Hubmann. Im Bezirk stehen zehn solcher ASZ zur Verfügung, wovon von Dienstag bis Samstag täglich jeweils zwei geöffnet haben. „Jeder Bürger kann überall hinfahren“, betont Hubmann.