Tierschützer im Streit mit Landwirten nach Bränden. Verein gegen Tierfabriken (VGT) sorgt mit Facebook-Posting nach Stallbränden für Ärger bei den Landwirten.

Von Markus Glück. Erstellt am 03. September 2019 (04:27)
Einsatzdoku
Großbrände vernichteten Mitte August landwirtschaftliche Betriebe in der Region Mank.

Vier Großbrände innerhalb von 48 Stunden hielten die Region zuletzt in Atem. Im Zusammenhang mit den Bränden sorgte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) auf Facebook für Unmut bei Landwirten und der Bevölkerung.

Der Kommentar „Und schon wieder brennen Ställe und schon wieder mussten unschuldige Lebewesen sterben. Wann hört der Schrecken endlich auf?“ löste in der Kommentarspalte auf Facebook auch eine Hasswelle gegen Landwirte aus.

Verärgert auf die Aussagen reagierte dabei der Kilber Landwirt und EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber: „Wenn innerhalb von zwei Tagen zwei Bauernhöfe aufgrund eines Blitzschlages abbrennen, macht mich das sehr nachdenklich.

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Alexander Bernhuber macht das Facebook-Posting des VGT „zornig“.

Wenn danach der VGT hetzt, macht mich das einfach nur zornig“, meint Bernhuber. Er kenne die Feuerwehrleute und Helfer, die „alles gegeben haben, um jedes einzelne Tier zu retten“: „Hier wurden binnen Minuten Existenzen zerstört, die über Jahre hart erarbeitet wurden“, erklärt Bernhuber.

Konfrontiert mit dem Posting, erklärt Lena Remich vom VGT, dass sich der Verein seit Langem für mehr Brandschutz bei landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung einsetze. „Als Tierschutzverein geht es uns darum, die Menschen auf das Leid von Tieren, die in Flammen sterben müssen, aufmerksam zu machen. Uns sind aber auch die menschlichen Schicksale nicht egal“, sagt Remich.

"Tierschützer werden als Feinde und Hetzer abgestempelt"

Sie sieht in der Debatte eine „Verdrehung und Aufstachelung des Diskurses“: „Statt gegen fehlenden Brandschutz vorzugehen, werden Tierschützer als Feinde und Hetzer abgestempelt.“ Der Verein VGT fordert unter anderem die Installation von Brandmeldesystemen in den Ställen.

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Bauernbund-Präsident Georg Strasser verweist auf die gesetzlichen Bestimmungen.

Konfrontiert mit den Aussagen des VGT, verweist Bauernbund-Präsident Georg Strasser auf die gesetzlichen Regelungen, wie ein Stall ausgestattet sein muss: „Für die Bauern ist das Tierwohl ein großes Anliegen und es ist unser täglicher Auftrag, dass es den Tieren gut geht.“

Strasser verwehrt sich gegen die Aussagen des VGT und ortet politische Zurufe aufgrund der Kandidatur von VGT-Obmann Martin Balluch für die Liste Jetzt!. „Persönliche Katastrophen sollten nicht für politisches Kleingeld genutzt werden. Diese Aussagen sorgen bei den Landwirten für Emotionen, da sie vom VGT ständig an den Pranger gestellt werden“, zeigt Strasser Unverständnis für die Diskussion.