Umfahrung ist Meilenstein für Region. Inning bekommt bis spätestens 2021 Umfahrung. Vorteile für Betriebsgebiet und Bevölkerung der gesamten Region.

Von Michael Bouda. Erstellt am 22. Oktober 2019 (06:00)
Michael Bouda
Rund 400 Meter der „Anbindung Melker Alpenvorland“ bestehen bereits. 1,3 Kilometer bis Grub sollen bald folgen. Michael Bouda

Es ist ein lang gehegter Wunsch – sowohl der Einwohner von Inning als auch der Pendler und Unternehmen der Region: eine Umfahrung von Inning, um den südlichsten Teil des Bezirks besser an die Autobahn anzuschließen. Bereits 2004 hatte es die ersten Pläne gegeben, nach Schwierigkeiten bei der Umsetzung wurde das Projekt 2009 auf Eis gelegt.

zVg
Der geplante Verlauf der „Anbindung Melker Alpenvorland“. Die Vorgespräche mit den Grundeigentümern sind laut Hürms VP-Bürgermeister Johannes Zuser „positiv verlaufen“. Nun gilt es, diese vertraglich abzusichern. Danach kann das Land Niederösterreich das Projekt freigeben und die Ausschreibungen können starten.

Spätestens 2021 wird es, wenn alles nach Plan läuft, aber so weit sein: Mit der „Anbindung Melker Alpenvorland“ – wie die Umfahrung offiziell heißt – muss auf dem Weg von und zur A1 Inning nicht mehr durchfahren werden. Von der Autobahnauffahrt Loosdorf kommend betrachtet, wird die neue Straße vom Inninger Betriebsgebiet aus die L5293 kreuzen und auf der Höhe von Grub wieder in die L5246 münden (siehe Grafik). Inning profitiert durch den Entfall des Durchreiseverkehrs, für alle Menschen, die von und zur Autobahn beziehungsweise nach Loosdorf fahren, bringt die Umfahrung eine Zeitersparnis und mehr Komfort – vier scharfe Kurven und das Ortsgebiet von Inning liegen dann nicht mehr auf der Strecke.

Sechs Gemeinden sind direkt oder indirekt beteiligt an der „Anbindung Melker Alpenvorland“ – Hürm als Heimatgemeinde der Umfahrung, Mank, Kilb und Bischofstetten als Nachbargemeinden sowie in weiterer Folge Kirnberg und Texingtal. „Die Anbindung ist nicht nur für Inning und die ganze Gemeinde Hürm positiv, sondern für den gesamten südlichen Teil des Bezirks“, betont Hürms VP-Bürgermeister Johannes Zuser.

Landesstraßen zurück in Gemeindeeigentum

Ein Übereinkommen zwischen Land und Gemeinden sieht vor, dass für jeden neu errichteten Kilometer Landesstraße Gemeinden im selben Ausmaß Landesstraßen in ihren Verwaltungsbereich zurücknehmen. Der größte Teil davon, etwa eineinhalb Kilometer, betrifft Hürm. Je etwa 350 Meter entfallen auf Mank und Kilb, rund 100 Meter nimmt Bischofstetten zurück in die Gemeindeverwaltung.

Mit rund zwei Millionen Euro wird das Projekt beziffert. Zwei Drittel davon kommen vom Land, ein Drittel teilen sich Hürm sowie die sechs Gemeinden des Betriebsgebiets „Hoch 6“ – Hürm, Mank, Kilb, Bischofstetten, Kirnberg und Texingtal.

Ein Fertigstellungsdatum kann noch nicht angegeben werden. Zuser: „Ob es Ende 2020 oder Sommer oder Herbst 2021 wird, kann ich aus heutiger Sicht noch nicht sagen. Aber wir lassen das Projekt jetzt nicht mehr aus den Augen – wir bleiben dran.“

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