Haft für Gewalttäter

Erstellt am 18. August 2022 | 06:54
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Justiz Gericht Symbolbild
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Foto: APA/Webpic
Ein 41-Jähriger aus dem Bezirk Melk soll versucht haben, seine Frau gewaltsam zur Hausarbeit zu zwingen: Fast zwei Jahre Haft.
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  „Ich hab halt einen Zorn gehabt“, so der 41-jährige Angeklagte im Gerichtssaal. Er soll seine Frau genötigt und mit dem Tod bedroht haben, weil er wollte, dass diese die Wäsche aufhängt.

Ihm wurde vorgeworfen, seine Frau geschlagen und sie an den Haaren die Stiegen hinauf gezerrt zu haben. Außerdem soll er ihr gedroht haben, dass er sie erschlägt, sollte sie die Polizei rufen.

Vor Gericht zeigte sich der Mann nur teilweise geständig. An den Haaren gezerrt habe er sie schon, aber gedroht habe er ihr nie. „Morddrohungen mache ich nicht“, so der 41-Jährige. Bei dem Vorfall war der Angeklagte alkoholisiert, die Messung der Polizei ergab 1,5 Promille.

Die 45-jährige Betroffene meinte, ihr Mann sei eigentlich liebevoll und hilfsbereit, nur mit Alkohol werde er aggressiv. Im Jahr 2020 hatte sie schon einmal Anzeige gegen ihn erstattet. Nun sei sie bereit, sich von ihm zu trennen.

Großer Mut auf der Seite des Opfers

Das Opfer schilderte den Vorfall detailliert: Sie hätte sich nach der Arbeit auf den Stiegen vor der Haustür ausgeruht, als ihr Mann betrunken nach Hause kam. Er soll sie als faul beschimpft und ihr angewiesen haben, die Wäsche aufzuhängen. Als sie sich weigerte, soll er sie an den Haaren gerissen und die Stiegen hinuntergeschubst haben. Auch ins Gesicht sollen Schläge erfolgt sein. „Aber seine Lieblingsschläge sind gegen die Brust“, so die 45-Jährige.

Letztendlich versuchte die Betroffene ins Haus zu flüchten, um die Polizei zu alarmieren. Im Haus rief sie ihren Sohn, der letztendlich die Polizei verständigte. Die Frau schilderte, dass sie bereits eine Abmachung mit ihren Kindern hatte, dass sie die Polizei rufen sollen, sobald etwas passiert.

Nach der Aussage seiner Frau beteuerte der Angeklagte nochmals, dass er sicher nicht so gehandelt hätte. Auch meinte er, sei er enttäuscht von ihrer Aussage. Den Wunsch, mit seiner Frau zu sprechen, schlug ihm der Richter aus.

Aufgrund von bereits zwei einschlägigen Vorstrafen und einer Haftstrafe wurde der 41-Jährige zu elf Monaten unbedingter Haft verurteilt und zehn Monate von seiner Vorstrafe wurden widerrufen. Außerdem muss er 250 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.

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