Können die „Ritter“ Bauvorhaben kippen?. Vertreter der Firma Jungbunzlauer gab bei Info-Event an, dass nicht gebaut wird, wenn die Bevölkerung das Werk nicht will.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 10. Februar 2018 (05:00)
Schweiger, Gruber
Vor der Debatte: Josef Gaß, Leibens SP-Vize Josef Landstetter, Robert Edlauer, SP-Ortschefin Gerlinde Schwarz, Peter Krömer, Moderator Karl Becker und VP-Bürgermeister von Zelking-Matzleinsdorf Gerhard Bürg (v. l.).

Seit Oktober sorgt die mögliche Werksansiedlung der Firma Jungbunzlauer auf den Gemeindegebieten Zelking-Matzleinsdorf und Leiben für Diskussionsstoff. Und diese Diskussion wird hitzig geführt – so auch bei der ersten Informationsveranstaltung im Gasthaus Gruber in Lehen.

Der Wunsch von Leibens SP-Ortschefin Gerlinde Schwarz nach einer „sachlichen Diskussion“ fand nämlich ein schnelles Ende. Grund dafür war ein Sager bei ihrer Eröffnungsansprache: Laut der Bürgermeisterin wurden einige Menschen „dazu genötigt, bei der Online-Petition der Projektgegner zu unterzeichnen.“ Naturgemäß ging da ein Raunen durch die Reihen der „Ritter der Au“, die gegen das Werk mobilisieren. Schon in den ersten Minuten der Debatte wird klar: Die Fronten sind verhärtet. So sollen Gerüchten zufolge in der Vorwoche bei einer Auseinandersetzung zwischen Projektgegnern und Befürwortern die Fäuste geflogen sein.

Seitens der Firma Jungbunzlauer versuchte Josef Gaß beim Info-Abend die Wogen zu glätten: „Wir verstehen die Bedenken, wir sind ja auch Menschen mit Familie und Privatleben.“

Buhrufe für Leibens Altbürgermeister

Die Projektgegner im Publikum blieben trotz Informationen des Unternehmens skeptisch, während Befürworter ihre Unterstützung aussprachen. Lärm, Geruchsbelästigung, Umweltverschmutzung – auf die meisten Fragen konterten die Jungbunzlauer-Vertreter mit der Umweltverträglichkeitsprüfung. „Ohne behördliche Genehmigung ist unser Vorhaben sowieso nicht möglich“, betonte Gaß.

Ein Nebensatz ließ den Melker Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer aufhorchen: Gaß meinte, wenn die Bevölkerung unter keinen Umständen hier ein Werk will, dann bauen sie auch nicht. „Wo liegt denn Ihre Schmerzgrenze? Über 1.000 Unterschriften wurden bereits gesammelt“, fragte Weiderbauer. „Das ist jetzt die erste Infoveranstaltung, das muss man sich ansehen“, wichen Gaß und Schwarz der Frage aus.

Brisant: Als Leibens Altbürgermeister Karl Heinz Spring das Wort ergriff, erntete er Buhrufe. Er sprach sich für die Ansiedlung aus und bezeichnete den Einsatz der „Ritter der Au“ als „Mittelalterdenken“. Daraufhin löste sich der Info-Abend auf.

Schweiger, Gruber
Die Firma Jungbunzlauer hat Interesse an der Fläche zwischen Umspannwerk Bergern und der Firma Lasselsberger.