Projekt "Donau-Limes": Ist Weltkulturerbe in Gefahr?. Grünen-Bezirkschef Emmerich Weiderbauer und die Bürgerinitiative „Ritter der Au“ fürchten um Unesco-Ernennung des „Donau-Limes“ wegen möglichem Jungbunzlauer-Werk. und D. Schweiger

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 01. Mai 2018 (05:01)
Gleiß, Schweiger
Grünen-Bezirkschef Emmerich Weiderbauer (links) sieht die Unesco-Ernennung des Donau-Limes in Gefahr. Christoph Schaufler von den „Rittern der Au“ sucht den Kontakt zum Stift Melk.

18 Jahre nach der Aufnahme der Wachau ins Weltkulturerbe dürfte 2019 der gesamte Flussabschnitt vom deutschen Regensburg bis nach Niederösterreich in die begehrte Liste als „Donau-Limes“ aufgenommen werden. Im Rahmen des Projektes „Limes“, in dem etwa der Pöchlarner VP-Gemeinderat Josef Schauer beschäftigt ist, wird auch das historische Pöchlarn dreidimensional vermessen (die NÖN berichtete).

Die mögliche Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste nimmt jetzt Grünen-Bezirkschef und Ex-Landtagsabgeordneter Emmerich Weiderbauer als Anlass, um abermals gegen das geplante Projekt der Firma Jungbunzlauer in den Donau-Auen bei Pöchlarn mobil zu machen. „Wir waren erst am Ostermontag beim Werk in Pernhofen (Bezirk Mistelbach), dort war alles nächtens beleuchtet und es herrschte immenser Gestank. Ich frage mich, wie ein derartiges Bau-Projekt mit der möglichen Ernennung des ,Donau-Limes‘ zum Weltkulturerbe zusammenpasst“, wundert sich Weiderbauer.

„Ich mache mir Sorgen, dass der Prozess durch das Bau-Projekt gefährdet ist“Emmerich Weiderbauer

Zudem gibt der Grüne zu bedenken, dass sich der Gestank aufgrund der geografischen Gegebenheiten im Weinviertel besser ausbreiten könnte, in der Pöchlarner Region würde dieser aber aufgrund des Donautals „stehen“. „Ich mache mir Sorgen, dass der Prozess durch das Bau-Projekt gefährdet ist“, warnt Weiderbauer und wünscht sich Unterstützung vonseiten der Verantwortlichen des Stifts Melk: „Ich bin verwundert, dass sie sich bis jetzt noch nicht zu Wort gemeldet haben. Die Stift-Besucher wären eine der vielen Leidtragenden.“

Das Stift Melk als Verbündeten im Kampf gegen das mögliche Jungbunzlauer-Werk möchte auch die Bürgerinitiative „Ritter der Au“ auf ihrer Seite sehen. Dafür wollen Pressesprecher Christoph Schaufler und Paul Koch mit den Benediktinern ins Gespräch kommen. „Wir versuchen gerade, einen Termin zu bekommen“, heißt es vonseiten der Projekt-Gegner.