Georg Strasser: „Es ist notwendig, den Wolf zu bejagen“. Bauernbund-Präsident Georg Strasser will eine Regulierung der Wolfspopulation. Erneute Sichtungen im Waldviertel.

Von Markus Glück. Erstellt am 07. Mai 2018 (11:26)
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Im südlichen Waldviertel gab es in den letzten Wochen zahlreiche Wolfssichtungen.

Seit Anfang des Jahres sorgen immer mehr Wolfssichtungen im südlichen Waldviertel für Gesprächsstoff. Zwar gab es in den letzten Monaten in mehreren Gemeinden nachweisliches Auftauchen von Wölfen, zu direktem Kontakt mit Menschen oder Nutztier-Rissen ist es bisher aber noch nicht gekommen.

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Georg Strasser

Nach den vermutlichen Wolfrissen von Schafen in der Nähe eines Wohngebiets in Salzburg meldet sich jetzt auch der Nöchlinger VP-Nationalratsabgeordnete und Bauernbund-Präsident Georg Strasser in der Debatte zu Wort: „Es muss Schluss sein mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen. Wir brauchen endlich praxistaugliche Lösungen, damit die Weidewirtschaft geschützt ist.“

Der Nöchlinger spricht dabei auch an, dass die bisherigen Herdenschutzmaßnahmen nur schwer greifen. „Der Wolf ist ein sehr intelligentes Tier. Das Problem lässt sich nicht mit einfachen Zäunen oder Hirtenhunden lösen“, gibt Strasser zu bedenken.

Österreichweite Lösung als Wunsch

Er stößt daher eine Diskussion zu einer österreichweiten Lösung mit der Wolfs-Thematik an, die aber auch auf europäischer Ebene in Brüssel geführt werden muss. „Wir müssen klar von Wolfsregulierungen in manchen Regionen Österreichs sprechen. Dazu wird es auch notwendig sein, den Wolf zu bejagen“, betont Strasser in Anbetracht dessen, dass die Wolfspopulation in Europa zuletzt um knapp 30 Prozent gewachsen ist.

Welche Zonen als „wolfsfrei“ erklärt werden und ob dazu auch das Waldviertel gehört, muss für Strasser im Zuge einer Diskussion erarbeitet werden: „Innerhalb des Bauernbundes treffen wir inhaltliche Vorbereitungen. Es braucht aber eine Lösung in den nächsten Monaten, wir müssen die Thematik steuern. Wichtig ist hier eine sachliche Diskussion ohne Emotionen, denn der Wolf hat seine Berechtigung.“

„Wenn ein Bauer beschließt, seine Tiere nicht mehr auf die Weide zu stellen, verwachsen unsere Almen.“ Georg Strasser

Strassers Forderung nach einer De-facto-Jagd nach dem Wolf in Regionen, wo die Population überhandnimmt, begründet er aber auch mit der Pflege der Kulturlandschaft. „Die Auswirkungen treffen auch den Tourismus und unsere schönen Almen. Denn wenn ein Bauer beschließt, seine Tiere nicht mehr auf die Weide zu stellen, verwachsen unsere Almen und es ergibt sich ein anderes Bild“, verweist der Nöchlinger etwa auch auf das Waldviertler Landschaftsbild.

Und er erklärt auch, dass das Problem nicht nur die Bauern trifft, sondern die gesamte Bevölkerung.