Erdbeeren aus Pöchlarn: Kleine Früchte, großer Aufwand. Der nass-kalte Mai sorgte für einen späten Saisonstart der Erdbeeren. Wie es heuer um die Früchte steht? Ein Lokalaugenschein auf dem Erdbeerfeld.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:07)
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Michael Bouda

Seit 35 Jahren war der Mai nicht mehr so kalt wie dieses Jahr. Ein Umstand, der wohl niemanden glücklich machte – und auch Herbert Heisler nicht. Gemeinsam mit seiner Familie kultiviert der Orndinger seit vier Jahren – neben dem jahrzehntelangen Kürbis-Betrieb – Erdbeeren in Pöchlarn.

„Die Kälte war das größte Problem“ Sissy Heisler

Denn die Erdbeerblüte ist empfindlich – Spätfrost, wie er bis Ende April dieses Jahr zu spüren war, mögen die Erdbeerpflanzen gar nicht. Aufgrund der nass-kalten Witterung startete die Saison der roten Früchtchen demnach 2021 mit Verspätung. „Heuer sind wir etwa eineinhalb Wochen später dran. Bis Juli werden wir noch ernten können, normalerweise endet die Saison mit Juni“, gibt Heisler Einblick.

Von säuerlich bis süß

Beim NÖN-Lokalaugenschein lacht jedenfalls die Juni-Sonne – und das Rot der Erdbeeren leuchtet auf dem Feld und am Verkaufsstand der Heislers. Vier Sorten bieten die Orndinger an. „Von säuerlich bis süß“, schmunzelt Sissy Heisler. Damit das Beerenobst auch „schön rot“ ist, wie Herbert Heisler sagt, ist viel zu tun: „Wenn man die Erdbeeren setzt, brauchen sie erstmal ein Jahr, damit sich kräftige Pflanzen entwickeln. Sie brauchen viel Pflege, müssen bewässert werden. Wir versorgen unsere Erdbeeren auch mit Spurenelementen und Mikroorganismen.“ Wenn es wärmer wird, werden die Pflanzen mit Fließ abgedeckt, später wird auch Stroh zwischen die Reihen gestreut: „So bleiben sie schön sauber.“

Strenge Kontrolle bei der Qualität

Acht Erntehelfer unterstützen die Heislers bei der Bewirtschaftung der Erdbeerfelder. Seit zwei Wochen stehen die Orndinger Früchtchen nun schon zum Verkauf – Erdbeer-Fans können sie entweder selbst vom Feld pflücken oder „genussfertig“ – im klassischen Holzsteigerl oder im Becher aus recyceltem Material – am Verkaufsstand erstehen. Letztere müssen vorher durch die „Heisler‘sche Qualitätskontrolle“, wie Sissy Heisler berichtet: „Jede einzelne Frucht wird zweimal von uns per Hand kontrolliert: Einmal am Feld und einmal bei uns am Hof. Damit sorgen für zusätzlich für beste Qualität.“

Neben der Pflück- und Laufkundschaft versorgen die Heislers auch die heimische Gastronomie mit Erdbeeren. „Das freut uns sehr“, betont Sissy Heisler, „in zahlreichen Betrieben in der Umgebung, etwa in Pöchlarn oder in Maria Taferl, gibt‘s unsere Erdbeeren auf der Speisekarte“, lacht sie.

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