Kirche in Coronazeiten. Die NÖN besuchte mit einigen Gläubigen den ersten Gottesdienst im Melker Stift. Das Coronavirus brachte auch für den Messebesuch drastische Veränderungen.

Von Zaklina Jukic. Erstellt am 03. Juni 2020 (03:44)
Zaklina Jukic

Wochenlang konnten coronabedingt keine Messen besucht werden, seit Pfingstsonntag ist ein Besuch in der Stiftskirche wieder möglich. Statt dem Weihwasserbecken findet man zwei Desinfektionsmittelspender, der per Telefon reservierte Platz wird per Namensnennung zugeteilt.

Das Betreten der Kirche erfolgt mit Mund-Nasen-Schutzmaske. Die sonst gut gefüllten Kirchenbänke sind zum Auftakt halb leer, dafür wurden zusätzlich Stühle mit Sicherheitsabstand aufgestellt. Gemeinsames Beten und Singen wird auf ein Minimum reduziert. „Wir halten die Messe schlicht und einfach“, erklärt Abt Georg Wilfinger zum Beginn. Während des Gottesdienstes werden lediglich wenige, kurze Lieder gesungen. Der Friedensgruß wird durch Lächeln und Nicken an den Nächsten gegeben.

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Die Reihe zur Kommunion ist lang, denn zwischen den Menschen wird ebenso viel Abstand eingehalten. Allen voran die Ministranten, die im Gegensatz zu den Besuchern während der gesamten Messe einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Abt Georg Wilfinger reicht die Hostien per Zange.

Nach einer Stunde ist der Gottesdienst vorbei, den Menschen ist die Erleichterung über einen Schritt in Richtung Normalität beim Verlassen der Kirche anzusehen. „Ich habe Gottesdienste im TV verfolgt, aber das ist nicht ersetzbar mit einem Messebesuch in der Kirche. Da geht es um die Gemeinschaft“, gab Messebesucher Carl Aigner einen Einblick.

Nachdem die Kirche leer ist, kommt abermals das Personal zum Einsatz. Alle Plätze müssen für das Mittagsgebet desinfiziert und gereinigt werden. Eine Aufgabe, die ab sofort zur täglichen Routine der Mitarbeiter gehört.