Streit um Güterzuglärm in Pöchlarn. Während Melk Resolution gegen Güterzuglärm einstimmig beschloss, waren FPÖ, SPÖ und INPÖ in Pöchlarn dagegen. Mandatare, die bei ÖBB arbeiten, erklären ihre Sicht.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. Mai 2019 (06:31)
Auch die Pöchlarner Politik sprach sich für die Resolution gegen den Bahnlärm aus – wenn auch nicht mit allen Fraktionen.
Symbolbild: OnkelKrischan/ shutterstock.com

Um den Lärm durch Güterzüge auf der Westbahnbestandsstrecke zu stoppen, erarbeiteten die Gemeinden Melk, Loosdorf, Schollach, Pöchlarn, Golling, Krummnußbaum, Ybbs und Blindenmarkt eine Resolution. In Melk fiel der Beschluss dafür einstimmig aus (die NÖN berichtete). In Pöchlarn ging die Resolution auch durch – allerdings nur mehrheitlich, mit den Stimmen von ÖVP und der Grünen-Mandatarin. FPÖ, SPÖ und INPÖ (Initiative Pöchlarn) waren gegen die Resolution.

„Da bei uns alle Gleise nebeneinander verlaufen, gibt es die Lärmproblematik nicht. Aber wir sollten unsere Nachbargemeinden unterstützen“, findet VP-Bürgermeister Franz Heisler. Auch Beschwerden aufgrund von Lärm gibt es laut dem Bürgermeister nicht.

Solidarität mit der Region – oder Solidarität mit dem Arbeitgeber? Sowohl bei der FPÖ als auch der SPÖ gibt es Mandatare, die bei den ÖBB arbeiten. Einer davon ist FP-Stadtrat Gerald Albrecht. Als Lokführer kennt er auch die andere Seite der Diskussion um die lärmenden Züge. „Wir werden laufend geschult, um Lärm und Energie zu sparen. Vonseiten der ÖBB gibt es großes Bemühen“, argumentiert Albrecht.

Außerdem ist dem Freiheitlichen eine volle Eisenbahn lieber als eine volle Autobahn: „Wenn alles auf Schiene soll, ist es logisch, dass mehr Züge fahren. Dass das für die Anrainer nicht immer lustig ist, verstehe ich aber schon.“ In dieselbe Kerbe schlägt Eisenbahner-Kollege und SP-Stadtrat Johann Gruber. „Soll der Gütertransport denn wieder mit Lkw befördert werden? Für Pöchlarn selbst stellt die Bahn keine Lärmbelästigung dar, deshalb stimmten wir dagegen.“ Auch INPÖ-Mandatar Günter Rank war früher bei den ÖBB beschäftigt. „Ich glaube, gegen die alte Trasse kann man nichts unternehmen, da ja die neue Strecke jetzt schon überlastet ist.“