Statt Paralympics: Tennis gegen das Garagentor. Josef Riegler wäre für die Paralympics 2020 in Tokio qualifiziert. Mit der Coronakrise ist vieles nun ungewiss. Trainiert wird im Haus des Texingtalers aber weiter fleißig.

Von Michael Bouda. Erstellt am 25. März 2020 (18:14)

Für den Texingtaler Josef Riegler ist vor knapp zwei Wochen ein Traum in Erfüllung gegangen: Als 36. der Weltrangliste qualifizierte sich der 44-Jährige Rollstuhltennisspieler für die Paralympics in Tokio.

„Seit Juni 2019 wurden die besten neun Turnier für die Qualifikation gewertet – ich habe 18 bestritten“, zeigt sich Riegler gegenüber der NÖN stolz. Für die Spiele 2016 hatte es nämlich knapp nicht geklappt: Riegler hatte zu viel investiert und fiel mit einem „Tennisarm“ aus. „Da habe ich nicht auf meinen Körper gehorcht, ihm zu wenige Pausen gegeben“, blickt Riegler zurück.

Nun ist aber alles etwas in Schwebe. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden die Paralympics nicht wie geplant im kommenden August und September statt, sondern wurden auf 2021 verschoben. „Das war natürlich zu erwarten. Trotzdem hatte ich gehofft, dass die Spiele durchgezogen werden, wenn es in Tokio vielleicht besser ist wegen des Virus. Aus gesundheitlichen Gründen ist es aber gut so, dass die Spiele jetzt verschoben sind“, bewertet Riegler den Schritt grundsätzlich positiv.

Eigentlich wäre Josef Riegler dieser Tage auf dem Tennisplatz. Da macht ihm das Coronavirus aber einen Strich durch die Rechnung.
privat

Negativ ist allerdings, dass nun Ungewissheit herrscht. „Schlecht ist die Verschiebung deshalb, weil wir nicht wissen, ob die Qualifikation zählt“, hofft Riegler in den nächsten Wochen auf Aufklärung.

Unabhängig davon trainiert Riegler weiter in seinem Texingtaler Zuhause. „Vorhin habe ich gerade gegen das Garagentor gespielt“, lacht Riegler. Vor allem steht aber konditionelles Training in den eigenen vier Wänden am Programm. „Ich trainiere auf der Matte, mit dem ‚Thera-Band‘ oder mit Gewichten“, zählt der 44-Jährige einige Möglichkeiten auf und hofft darauf, 2021 in die japanische Hauptstadt fliegen zu können. „Ich bin jetzt ‚leider‘ 44 Jahre – das ist meine letzte Chance.“