Schroll: Kompletter Rückzug aus Ybbser Gemeindepolitik . Noch ist die Erklärung nicht unterschreiben, in der Ybbser SPÖ atmet man aber auf und hofft, dass nun Ruhe einkehrt.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. Januar 2021 (15:29)
Werner Jäger

Der Druck auf Alois Schroll wurde nach einem NÖN-Bericht über die aktuellen Entwicklungen bei der Stadthalle und den Ankündigungen der Oppositionsparteien, Schrolls Vorgehen auf Amtsmissbrauch zu prüfen, endgültig zu groß. Nach einer Fraktionssitzung am Freitagabend wurde Schroll die Verzichtserklärung für sein Mandat als Gemeinderat hingelegt. Unterschrieben hat er diese allerdings noch nicht, er bat um Bedenkzeit bis Montag, weshalb einige in der Ybbser Stadtpartei weiterhin beunruhigt sind. Schroll selbst will gegenüber der NÖN noch von keinem Rücktritt sprechen, allerdings: "Ich werde mich wahrscheinlich zurückziehen und mein Gemeinderatsmandat zurücklegen. Ich muss auf meine Gesundheit schauen. Zudem ist mir wichtig, dass in Ybbs Ruhe einkehrt, wenn ich dabei helfen kann, mache ich das gerne." 

Die designierte SP-Bürgermeisterin Ulrike Schachner bestätigt, dass es zu einem Neuanfang ohne Alois Schroll kommen soll. "Wir wollen von vorne beginnen", meint Schachner. Sie will am Montagabend in einem gemeinsamen "Runden Tisch" mit allen Parteien die Weichen für die zukünftige Zusammenarbeit stellen. FPÖ und WUY haben dabei laut Schachner bereits ihre Zustimmung signalisiert. Jetzt hängt es an der ÖVP, ob sie mit Schachner den Weg gemeinsam gehen oder Neuwahlen ausrufen wird. "Ich hoffe, dass sie mich unterstützen und keine weiteren Forderungen mehr stellen", betont Schachner aber auch, dass es zu keiner Ressortumbildung kommen wird. Mit dem Rückzug von Schroll als Gemeinderat hat Schachner damit einmal mehr innerparteilich Stärke bewiesen. Jetzt gilt es, die Partei weiter zu einen. 

Erleichterung nach dem Schroll Rückzug, er bleibt aber weiterhin Stadtparteichef-Stellvertreter der Ybbser SPÖ, herrscht bei zahlreichen Ybbser SP-Gemeinderäten. Dort ist allerdings der Groll auf die eigene Landespartei groß. Diese soll Schuld am derzeitigen Chaos in Ybbs sein, Schroll bis zuletzt immer die Stange gehalten und darauf gepocht haben, dass er Stadtrat bleiben muss. "Jedem war klar, dass eine Zusammenarbeit mit der ÖVP bei einem Verbleiben von Schroll undenkbar ist. Ich hoffe, dass wir jetzt endlich in Ruhe arbeiten können", meint ein SP-Gemeinderat.