Ybbser Tankstellenbeitreiber Lechner geht nach 36 Jahren in Pension

Erstellt am 29. Juni 2022 | 04:49
Lesezeit: 2 Min
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Peter Lechner feierte zuletzt seinen 62. Geburtstag, diese Woche tritt er seine Pension an. Zum Abschied überwiege „aktuell das lachende Auge“, sagt er. „Das weinende wird schon noch kommen!“
Foto: Denise Schweiger
Über 35 Jahre lang betrieb Peter Lechner die OMV-Tankstelle. Nun geht Ära zu Ende.
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„Ich war als Kind schon hier.“ Peter Lechner lässt den Blick durch die OMV-Tankstelle in der Ybbser Bahnhofstraße schweifen. Sein Vater hatte hier gearbeitet, Lechner stieg vor 36 Jahren in seine Fußstapfen. Damals war der Ybbser 26 Jahre alt. Heute ist er 62 – und diese Woche geht die „Ära Lechner“ zu Ende.

„Am Donnerstag übergebe ich alles zurück an die OMV“, sagt er. So lang war es „seine“ Tankstelle, jetzt haben er und seine Mitarbeiter die Regale, den Pausenraum, das Feld geräumt. Lechner hat in diesem kleinen Gebäude viel erlebt. „1996 wurde groß umgebaut, 2002 hat uns das Hochwasser erwischt“, erzählt er. Und ein Tankwart ist schließlich nicht nur Tankwart. Lechner erzählt von durstigen Stammgästen, müden Arbeitern, gestressten Geschäftsleuten, hungrigen Reisenden. Und auch von einer nackten Frau.

Business zwischen Kaffee und Feierabendbier

„Die kam nur mit Sonnenbrille und Schuhen herein“, erinnert er sich lachend zurück.

Lechner mochte das rege Treiben an der Tanke. „Wir boten hier alles, vom Morgen-Kaffee bis zum Feierabendbier. Unsere Tankstelle war ein Treffpunkt für viele.“ Viele Jahre lang – vor der Digitalisierung des Postfachs, Stichwort E-Mail – befand sich dort auch ein NÖN-Briefkasten.

Daraus, dass der Job als Tankstellen-Besitzer nicht immer einfach ist, macht er aber auch keinen Hehl. „Gerade die Personalsuche macht‘s nicht einfach. Das ist aber überall so“, winkt Lechner ab. Seit 2017 sei er jedenfalls nur zwei-, dreimal auf Urlaub gewesen.

Wenn der Ybbser die Schlüssel diese Woche übergeben hat, startet der Umbau der Tankstelle. „Ende September wird voraussichtlich wieder aufgesperrt, soweit ich weiß.“ Das ist für ihn im Moment aber auch nicht so wichtig. Jetzt steht erstmal eine Woche Urlaub an. „Hausmeisterstrand in Italien“, grinst er.

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