Neuausrichtung beim Mostviertler Schienenrad. Mostviertler Schienenradl wird mit der kommenden Saison nur noch von Ruprechtshofen nach Reisenhof fahren.

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 03. November 2017 (05:00)
Das Mostviertler Schienenradl hat ab kommender Saison Ausgangs- und Zielpunkt in Ruprechtshofen.
Duchkowitsch, ecoplus

Große Veränderungen stehen in der kommenden Saison beim Mostviertler Schienenradl an. Die Strecke verläuft nicht mehr bis Wieselburg, sondern nur noch bis Reisenhof. „Dort investieren wir in einen neuen Umkehrbahnhof“, berichtet Geschäftsführer Johannes Eßmeister. Der Grund für die Verkürzung der Strecke von 24 auf zwölf Kilometer liege keinesfalls daran, dass das Schienenradl schlecht läuft:

„Wir passen uns schlicht den Wünschen unserer Kunden an.“ Es sei einfach so, dass diese lieber kürzer unterwegs sind: „Wir haben erkannt, dass die Besucher meist nur eine Strecke zurücklegen, aber nicht mehr retour fahren und stattdessen unseren Shuttlebus nutzten und demnach von unseren Fahrzeiten abhängig waren.“

Mit der neuen Streckenführung werde sich das ändern: „Ausgangsbahnhof und Zielbahnhof sind nun gleich, die Fahrzeit beträgt zwei Stunden“, erklärt Eßmeister und weist auf einen weiteren Tourismustrend hin: „Viele möchten nicht nur einen Ausflug an einem Tag machen. Durch die kürzere Strecke reicht nun die Zeit, um noch ein anderes Ausflugsziel zu kombinieren.“

„Wir wollten uns touristisch besser ausrichten und die Stadt Wieselburg hat auch Interesse gezeigt.“Johannes Eßmeister

Geschäftsführer Johannes Eßmeister erklärt den Schritt im NÖN-Gespräch.
Duchkowitsch, ecoplus

Die Nachnutzung des Gleisabschnitts bis Wieselburg ist auch schon geregelt. „Für das Bahnhofsgelände läuft derzeit ein Umwidmungsverfahren. Hier soll ein Wohnbauprojekt entstehen.“ Den Abschnitt bis zur Gemeindegrenze Wieselburg übernimmt die Stadt: „Hier soll mittelfristig ein Geh- und Radweg entstehen und dadurch die Anbindung zum neuen Ortsteil verbessern.“ Die vier Kilometer von Bergland bis Reisenhof werden derzeit den Anrainern angeboten: „Hier gibt es schon konstruktive Gespräche. Vormals haben die Schienen Felder ‚durchtrennt‘, diese können wieder zusammengeführt werden.“ Generell sei das Ganze eine Win-win-Situation.

„Wir wollten uns touristisch besser ausrichten und die Stadt Wieselburg hat auch Interesse gezeigt.“ Schlecht gehe es dem Schienenradl auf keinen Fall, im Gegenteil: „Wir konnten unseren Einzugsradius deutlich erweitern und auch immer mehr ausländische Kunden genießen bei uns das Erlebnis Schienenradl.“ Bisher kamen rund 51.600 Gäste und nutzten das Angebot. Die neue Saison wird am 24. März starten. „Von Anfang November bis April läuft jetzt der Gleisabbau. Und auch die Schranken werden bei den Kreuzungen verschwinden.“