Ruprechtshofen

Erstellt am 17. Januar 2017, 05:00

von Jutta Streimelweger

Tierquälerei-Vorwurf: „Schweine frieren bei uns nicht“. Nach Meldungen über Tierquälerei auf einem Schlachthof wehrt sich Johann Teufl gegen die Vorwürfe massiv.

Beim Lokalaugenschein der NÖN war die Temperatur ähnlich wie in der Nacht des „Vorfalls“. Im Stall selbst hatte es fast zehn Grad und den Tieren ging es gut.  |  Streimelweger

Schlagzeilen machte in der Vorwoche der angebliche Verdacht auf Tierquälerei in einem Schlachthof im Bezirk Melk. Schweine sollen dort in einem Wartestall gestanden sein, der zu wenig geheizt worden sei, dadurch sei es zu Rötungen am Fleisch gekommen.

Als Josef Teufl aus Ruprechtshofen das las, traute der Chef des Qualitätsbetriebes seinen Augen nicht: „Ich habe selbst veranlasst, dass Proben des Fleisches untersucht werden, weil mir die roten Flecken aufgefallen sind.“ Dabei habe man die Ursache im Labor allerdings nicht genau feststellen können: „Dafür kommt viel in Frage. Es könnte auch ein Vitaminmangel sein, aber hundert andere Dinge wären auch möglich.“

74 von 100 Schweinen waren betroffen

Den Mangel hält Teufl aber für sehr wahrscheinlich: „In dem Stall waren 100 Schweine untergestellt, 74 waren von einem Bauern und nur diese 74 wiesen nachher die Flecken auf.“ Hätte es etwas mit der Temperatur zu tun, wären alle Schweine betroffen gewesen.

„Außerdem war es gar nicht so kalt. Der Vorfall ereignete sich Ende Dezember des letzten Jahres. Damals hatten wir draußen zwischen Null und minus zwei Grad, und im Stall sicher über acht. Bei uns frieren die Schweine nicht.“

"Keine gesetzliche Vorschrift zur Stalltemperatur"

Am allermeisten stört den Ruprechtshofner der Vorwurf der Tierquälerei: „Ich wäre selbst blöd, wenn ich das tun würde. Das wäre ja auch schlecht für die Fleischqualität.“

Auf NÖN-Anfrage ruderte man seitens der Veterinärabteilung zurück: „Trotz intensiver Kontrollen sowie Erhebungen der Amtstierärztin der Bezirkshauptmannschaft Melk konnte der Verdacht nicht bestätigt werden“, erklärt Veterinärdirektor Wigbert Roßmanith. „Die Betriebsführung versicherte, im Sinne der Eigenkontrolle verstärkt vorbeugend tätig zu sein.“ Eine gesetzliche Vorschrift zur Stalltemperatur gibt es nicht.