Mostviertel: Grüne attackieren Ex-Grünen Pruzina. Grünen-Nationalratskandidat Dominic Hörlezeder ortet bei Peter Pruzina (Liste Pilz) fehlendes Demokratieverständnis.

Von Markus Glück. Erstellt am 19. September 2017 (03:38)
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Die beiden Ex-Grünen, Peter Pruzina und Peter Pilz, wollen mit der Liste Pilz durchstarten. Bei ihrer Ex-Partei sorgt dies für Sorgenfalten.

Lange haben sich die Grünen im Hinblick auf die Kandidatur der Liste Pilz zurückgehalten. Nach den Äußerungen des Liste Pilz-Spitzenkandidaten des Mostviertels, Peter Pruzina (Melk), in der NÖN, platzt dem Amstettner Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder (Bild unten) jetzt aber der Kragen.

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Für Dominic Hörlezeder befindet sich die Liste Pilz auf einem Ego-Trip.

Der Amstettner zeigt sich über Pruzina verwundert: „Noch beim Landeskongress hat er eine Bewerbung für ein Mandat im Landtag abgegeben, dieses aber leider knapp vor dem Kongress wieder zurückgezogen.“

Die Kandidatur bei der Liste Pilz für ein Nationalratsmandat zeigt für Hörlezeder von einem „eigenartigen Demokratieverständnis“ von Pruzina. „Frei nach dem Motto: ,Wird’s nichts bei der einen Partei, wechsle ich zur nächsten‘“, wundert sich der Amstettner Stadtrat.

„Bei den Grünen liegen die Nerven blank. Vor wenigen Monaten wollte man nach der Trennung noch keinen Staub aufwirbeln.“Peter Pruzina, Liste Pilz

Über die Angriffe seiner ehemaligen Partei zeigt sich Pruzina wenig überrascht: „Während die Liste Pilz bei Umfragen immer bessere Werte erzielt, müssen die Grünen über den Verbleib im Parlament zittern. Die Nerven liegen verständlicherweise blank.“

Es wäre nicht Pruzina, würde er nicht zum Gegenschlag ausholen: „Vor ein paar Monaten war der Melker Parteiobmann Emmerich Weiderbauer noch um eine freundliche Trennung bemüht, die ja keinen Staub aufwirbeln sollte“, so wollten die Melker Bezirks-Grünen laut Pruzina verhindern, dass die wahren Gründe der Trennung und der Nicht-Kandidatur ans Tageslicht kommen. „Da wären die Grünen nicht gut weggekommen und man hätte sich mit meinen Kritikpunkten auseinandersetzen müssen“, erklärt Pruzina und ergänzt: „Mein Rücktritt war, um mir selbst treu zu bleiben, der einzig mögliche Schritt.“

Hörlezeder, der im Regionalwahlkreis auf Listenplatz vier kandidiert, kritisiert Pruzina aber auch wegen dessen bewusster Falschdarstellung der Liste Pilz als Bewegung. „Die Liste ist eine Partei, wie jede andere, mit vier Mitgliedern, die die Macht haben. Daneben haben sich Menschen gefunden, die bei internen Listenwahlen abgewählt wurden und denen ihr eigenes Ego wichtiger ist, als die Themen“, stellt Hörlezeder klar. Dem widerspricht Pruzina: „Die Partei wurde nur auf dem Papier gegründet, da eine Bewegung im Parlament sonst nicht die gleichen Rahmenbedingungen vorfindet, wie eine Partei.“