Schönbühel-Aggsbach , St. Pölten

Erstellt am 13. Oktober 2018, 12:08

von Denise Schweiger

Das Landleben auf der Leinwand. „Ein wilder Sommer“ spielt in Aggsbach-Dorf Anfang der 1980er. Die Premiere findet Anfang November in St. Pölten statt.

Ein Teil des Teams hinter dem Spielfilm: Gerhard Mader, die Schauspieler Kristina Sprenger, Alexandra Leonie Kronberger, Jürgen Tarrach und Regisseurin Anita Lackenberger (v. l.).  |  privat

Als junges Mädchen verbrachte Anita Lackenberger ein paar Wochen bei ihrem Onkel in Schönbühel-Aggsbach. Er war Wirt in der Gemeinde, an seiner Schank erzählten sich die Menschen Neuigkeiten, ihre Lebensgeschichten und Sorgen. Letztere bereitete ihnen vor allem die Absiedelung der Firma Zizala.

Die Geschichte ließ Lackenberger viele Jahre später nicht los. „Eine Firmenabsiedlung ist ja nicht nur der Verlust von regionalen Arbeitsplätzen. Routine, gesellschaftliche Strukturen – das alles war plötzlich weg. Da wurde eine Gemeinde auf Null gestellt“, erzählt die Filmemacherin aus St. Pölten. Also begann sie, ein Drehbuch zu schreiben. Was dabei herauskam? „Ein wilder Sommer“ – ein Spielfilm, der während den letzten Monaten in der Region gedreht wurde.

„Wir wollten nah an die Menschen“, meint die Regisseurin. Viele Szenen spielen etwa im Gasthaus Haidn in Aggsbach. „Es gab Tage, da hab ich dort ein Marmeladebrot gefrühstückt und bin erst weit nach 18 Uhr heimgefahren“, erinnert sich Lackenberger zurück. Weitere Drehorte im Bezirk waren Gerolding, Albrechtsberg, die Burgruine Aggstein, eine Fabrik in Loosdorf und Melk. Herausfordernd für die Dreharbeiten: „Ein wilder Sommer“ spielt in verschiedenen Jahreszeiten.

Schnee-Szenen mit Salz aus Melker Lokal gedreht

„Als wir am Melker Bahnhof drehten, brauchten wir akut Schnee. Schwierig, wenn man im April bei strahlendem Sonnenschein dreht“, schmunzelt Lackenberger. Mittels Salz vom gegenüberliegenden Lokal „s‘Grichtl“ zauberten die Filmemacher dann prompt die weißen Massen ins Bild.

Neben den professionellen Schauspielern waren auch viele Komparsen aus der Region in das 2,5-Millionen-Projekt involviert. „Das waren viele, schöne Begegnungen“, sagt Lackenberger. Vor allem,, weil sie ihr Feedback gaben. „Auch wenn diese Geschichte zum Großteil Fiktion ist – viele meinten, sie kommt den echten Gegebenheiten von damals sehr nah. Und das ist ein Riesen-Kompliment!“