Geisterjäger lieben die Schallaburg. Loosdorfer Artis Franz Jansky widmet sich in neuem Buch der Geisterwelt in einem der zehn „spukigsten“ Orte in Europa.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Dezember 2020 (03:04)
Die Schallaburg ist bei Geisterjägern äußerst beliebt.
Glück

Mit einem neuen Buch lässt der Loosdorfer Artis Franz Jansky aufhorchen. Unter dem Titel „Schallaburgs stille Zeugen“ widmet er sich der mystischen Seite samt Geisterbegegnungen auf der Schallaburg. Jansky schrieb das Buch gemeinsam mit dem Pöggstaller Johannes Ertl, der auf der Schallaburg Oberaufseher ist und dabei bereits viele Begegnungen mit Geistern gehabt haben soll.

Er ist allerdings nicht der Einzige, der auf der Schallaburg Geister vermutet: Die Schallaburg gilt unter Geisterforschern als einer der zehn „spukigsten“ Orte Europas. Wie Jansky auf die Idee zum Buch kam? „Mich haben immer schon die unterschiedlichen Realitäten interessiert, in denen Menschen unterwegs sind“, meint Jansky.

Die Schallaburg ist bei Geisterjägern äußerst beliebt.
Glück

Ertl weiß um die schaurige Geschichte der Schallaburg, wo einst Menschen grausam ermordet wurden und er schildert im Buch seine Erlebnisse. Hobbyforscher und Geisterjäger glauben, dass deren Seelen immer noch auf der Schallaburg herumschwirren. Ob der Buchautor selbst an die Geister auf der Schallaburg glaubt? „Als Familienaufsteller sind mir Phänomene dieser Art bekannt. Auch meine Frau ist eine Hochsensible. Es geht bei den ‚Beweisen‘ nicht bloß um die visuelle Wahrnehmung, sondern um ganzheitlicheres Erfassen von Energien, die uns behindern oder helfen“, antwortet Jansky.

Seit 2007 gibt es auf der Schallaburg Geisterführungen, die zu mehreren „mystischen Orten“ auf der Burg führen – die Führungen sind stets ausgebucht.

Im Sommer wurde für die ZDFinfo-Dokumentation „Mythos – Die größten Rätsel der Geschichte: Geister und Gespenster“ auf der Schallaburg gedreht. Die Ausstrahlung ist für Anfang Februar geplant. Damals beim Dreh mit dabei war auch der künstlerische Leiter der Schallaburg, Kurt Farasin: „Als wir die Plätze aufgesucht haben, wo sich laut Ertl die ,Gfrasta‘ aufhalten, war eine Sendungsmitarbeiterin, die sich zuvor skeptisch zeigte, stark verunsichert. Es gibt Leute, die sind dabei schon davon gelaufen.“

Farasin kennt die Beliebtheit der Schallaburg bei Geisterforschern, immer wieder trudeln Anfragen aus ganz Europa ein. „Manche sind oft zwei bis drei Tage bei uns auf der Schallaburg und stellen dabei ihre hochsensiblen Geräte auf“, erzählt Farasin, der sich gegenüber dem Phänomen skeptisch zeigt.

„Gerichtsstöckl“ als Geister-Tummelplatz

Farasin kennt viele Geschichten, wo es zu mysteriösen Momenten auf der Schallaburg kam. So soll es im sogenannten „Gerichtsstöckl“, wo Gäste auf der Schallaburg schlafen können, bereits mehrmals vorgekommen sein, dass Gäste nächtens Reißaus genommen haben. Das „Gerichtsstöckl“ soll einer der Orte auf der Schallaburg sein, wo die Geister besonders gerne wüten. Und Farasin erzählt auch von Personen, die sich aus Angst vor den Geistern im „Gerichtsstöckl“ im Kasten versteckt oder lieber gleich im Auto am Parkplatz schliefen. Besonders kurios war für Farasin auch der Fall einer Dame mit Hund. Dieser verhinderte den Schlaf seiner Hundehalterin, indem der Vierbeiner die ganze Nacht durchbellte – untypisch für den Hund. Auch Jansky fühlt sich dort nicht wohl: „Ich kann und will mich dort nicht freiwillig aufhalten. Nach dem Betreten habe ich dort ein entsetzliches Gefühl der Enge und will sofort wieder hinaus.“

Warum sich aber gerade auf der Schallaburg so viele Geister tummeln, begründen Geisterforscher damit, dass an diesem Ort über Jahrhunderte wenig verändert wurde und Geister Ruhe- und Kraftplätze suchen.

Jansky zeigt auch diese Phänomene auf knapp 40 lockeren Seiten in seinem Buch auf. Das Buch kostet zwölf Euro und ist in den Gemeindeämtern Schollach und Loosdorf sowie bei Ertl und ihm selbst um zwölf Euro zu erwerben.