Neubau als einmalige Chance?. Während SPÖ einen Umbau der Schule am aktuellen Standort präferiert, ist ÖVP für einen Neubau auf grüner Wiese.

Von Markus Glück. Erstellt am 11. Juli 2019 (04:13)
Markus Glück
Eine Sanierung des Schulzentrums Ybbs kostet rund 11,5 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes soll in die Überbauung des aktuellen Parkplatzes fließen.

Der Erfolg des Schulzentrums Ybbs stößt immer mehr an seine platztechnischen Grenzen. Zwar steht in der Prioritätenliste der Stadtgemeinde die Sanierung des Schulzentrums hinter Hochwasserschutz, Gmeiner-Gründe und der Stadthallenumbau erst auf dem vierten Rang, im Hintergrund laufen dennoch bereits die Vorbereitungen für das rund 11,5 Millionen Euro schwere Projekt.

Grund dafür ist, dass die Stadtgemeinde für die Zeit von 2019 bis 2022 in ein bundesweites Förderprogramm des Ministeriums gekommen ist, wodurch 50 Prozent der Kosten gefördert werden. Weitere 33 Prozent sollen vom Land Niederösterreich kommen – hier wartet die Stadt laut SP-Bürgermeister Alois Schroll allerdings noch auf eine fixe Zusage.

Stadt trägt 17 Prozent der Gesamtkosten

Bei einer Zusage würde sich für die Stadt der Anteil auf 17 Prozent, rund 2,2 Millionen Euro, verringern. Durch das Auslaufen eines anderen Leasingprojektes mit einer jährlichen Ratenzahlung von 115.100 Euro bekommt die Stadt zudem ab 2022 mehr finanziellen Spielraum. Geld, welches wieder direkt in den Umbau des Schulzentrums gesteckt werden soll. „Bei 2,2 Millionen Euro müssten wir jährlich 90.000 Euro zurückzahlen“, erklärt SP-Bürgermeister Alois Schroll. Geht der Plan auf, entstehen für die Gemeinde keine zusätzlichen Kosten.

Ist die Finanzierung durch, erfolgt ein Zubau der aktuellen IT-HTL mittels eines Pfahlbaus über den bestehenden Parkplatz. Rund 2,5 Million Euro der geschätzten Gesamtkosten sind für die HAK und HASCH reserviert. Neben der Umsetzung für mehr Barrierefreiheit wird dabei unter anderem auch der Dachstuhl saniert.

Nicht glücklich mit der Sanierung ist die Ybbser Volkspartei. „Es ist immer noch schade, dass wir die Chance nicht wahrnehmen und die Schule auf der grünen Wiese neu errichten“, betont VP-Parteiobmann Gert Kratzer. Da die Finanzierungsunterstützung von fast 80 Prozent auch für einen Neubau gelten würde, sieht die ÖVP darin eine einmalige Chance. Zudem glaubt Kratzer nicht daran, dass der Umbau des alten Gebäudes tatsächlich um vieles billiger als ein Neubau wäre. „Der aktuelle Standort ist in Wahrheit völlig ungeeignet“, betont auch VP-Stadtrat Ewald Becksteiner. Er wünscht sich einen Schulneubau im Bereich des Freizeitzentrums: „Dort haben wir Turnhallen, das Hallenbad und ausreichend Parkplätze.“ Und Becksteiner nimmt einmal mehr auch die Finanzierungspolitik von SP-Stadtchef Alois Schroll ins Visier: „Wir schauen nicht in die Zukunft, sondern bauen gerade das, was wir uns leisten können.“

ÖVP fehlt Weitsicht bei Schulumbau

Die Weitsicht beim Bildungsprojekt fehlt auch Kratzer, der sich beim Schulzentrum auch eine Kombination mit der Polizeischule oder der Krankenpflegeschule vorstellen könnte. „Das Projekt Stadthalle wäre dadurch einfacher und Sozialberufe werden benötigt. Ich bin mir auch sicher, dass wir bald wieder eine diesbezügliche Ausbildung, etwa für Pflegehelfer, in Ybbs haben werden“, meint Kratzer.