Pöchlarn: Zwei Linden mussten fallen. Gefahr im Verzug wegen morschem Holz und abgefaulten Wurzeln. Aufforstung steht auf dem Plan.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 18. November 2020 (03:51)
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„Die Linden mussten leider Gottes weg. Es tut mir selber im Herzen weh, wenn wir so alte Bäume fällen müssen“, stellt VP-Bürgermeister Franz Heisler klar. Diese Woche kam die Motorsäge in Pöchlarn zum Einsatz: Das Holz zweier Linden war morsch geworden, die Wurzeln abgefault. Der Zahn der Zeit zeichnete die Bäume.

Jene Linde, die bei der Kreuzung Wienerstraße und Nibelungenstraße bei der östlichen Stadteinfahrt empor gewachsen war, wurde auf gut 100 Jahre geschätzt. Die Linde in der Wiener Straße nahe der Firma Cemix wurde aufgrund von akutem Pilzbefall krank. Es drohte akute Umsturzgefahr. Stück für Stück verschwanden sie also vergangenen Mittwoch aus dem Panorama der Stadtgemeinde. Der Baumbestand werde laut dem Bürgermeister jährlich kontrolliert. „Da kommt ein ziemliches Konvolut zusammen“, gibt Heisler Einblick.

„Wir werden an verschiedenen Standorten neue Bäume pflanzen. Und zwar so viele wie möglich.“ Franz Heisler, VP-Stadtchef

Baumfällungen sind – auch in anderen Gemeinden – immer ein emotionales Thema. Auch in Pöchlarn, wo 2012 ein herunterkrachender Ast während eines Festes im Schlosspark zwei Menschenleben forderte und über zehn Personen verletzte. Als im Vorjahr aus Sicherheitsgründen – Experten orteten bei mehreren Buchen und Fichten im Park Gefahr in Verzug – wieder die Motorsäge gezückt wurde, gab es trotz des tragischen Unglücks kritische Stimmen, ob denn die Fällungen wirklich nötig gewesen seien. Auch dieses Mal bekundeten manche Pöchlarner ihren Unmut, wie Heisler berichtet. „Ich habe mir die Fällungen vor Ort angesehen. Einige Bürger traten dabei an mich heran und fragten, ob es denn sein muss, dass wir die Bäume entfernen“, erzählt der Stadtchef. Er habe Verständnis für die Sorgen, verweist aber auf das Ergebnis der Begutachtung. „Wenn es die Experten anordnen, müssen wir handeln. Es geht um die Sicherheit“, betont er. Außerdem sei in der Stadt „grüner Nachwuchs“ geplant.

„Wir werden an verschiedenen Standorten neue Bäume pflanzen. Und zwar so viele wie möglich“, erläutert Heisler gegenüber der NÖN. Am Standort der alten Linde an der Kreuzung wird allerdings nichts mehr wachsen. Dort kann aus Sicherheitsgründen kein neuer Baum gesetzt werden.