Alarm um „falschen Wolf“ in Melk. Groß, grau und hundeartig: Ein – vorerst – unbekanntes Tier sorgte bei den Bewohnern im Südwesten Melks für Unmut. Ein nach wie vor ungeklärter Riss befeuerte These.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. Januar 2020 (03:34)
Achtung, Verwechslungsgefahr: Ein frei laufender Wolfsspitz wurde in Melk für einen Wolf gehalten. 
shutterstock.com/Seregraff

Mehrere Sichtungen eines großen, grauen, hundeartigen Tieres hielten einen Melker Stadtteil über zwei Wochen in Atem. Die Frage, ob es sich bei dem immer wiederkehrenden Gast im Bereich der Wälder um das Kupferschmiedkreuz um einen Wolf oder um einen Hund handele, beschäftigte zunehmend mehr Bürger. Also kam John Haas ins Spiel – kein Wolfsexperte, aber das „Herrchen“ eines Wolfsspitzes.

„Ich selbst habe das Tier nie gesehen“, berichtet Haas, „doch jene Personen, die das taten, mutmaßten, dass es nur ein echter Wolf oder ein Wolfsspitz sein könne.“
Befeuert wurde die Meister-Isegrim-These wiederum von einem Riss im Bereich der ehemaligen Fleischerei Gundacker in Melk: Ein angefressenes Kalb wurde laut dem Jagdverband dort gefunden. Indes ging Haas mit Bekannten auf Wolfssuche, auch die Polizei wurde laufend über die Sichtungen informiert. Schlussendlich ging der Exekutive aber kein Wolf ins Netz: Es war tatsächlich ein Wolfsspitz.

Während dieses Rätsel gelöst ist, bleibt die Frage nach dem Riss bei der ehemaligen Fleischerei weiter offen. „Man konnte im Labor nicht mehr nachweisen, welches Tier das war“, informiert Bernhard Egger vom Jagdverband. Im Donauraum ist der Wolf nach wie vor ein seltener Besucher. Im Südlichen Waldviertel hingegen lässt er sich öfter blicken: „Kurz vor Weihnachten sahen wir gleich drei Wölfe auf einer Wildkameraaufnahme.“