Franzobel schreibt „Du sollst nicht töten“. Neben Franzobel präsentiert Intendant Hauer für die „Zehn Gebote „ auch Cornelia Travnicek und Stephan Lack.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Januar 2020 (11:00)
Franzobel ist Teil des Autorenteams der diesjährigen Sommerspiele.
Matejschek

Die Sommerspiele Melk feiern 2020 ihr 60. Jubiläum mit einem außergewöhnlichen Bühnenwerk. Der künstlerische Leiter und Regisseur, Alexander Hauer, lud zehn namhafte Autoren ein, die zehn Gebote in Form von zeitgenössischen Dramoletten neu zu interpretieren.

Für die Minidramen zu den Geboten Sechs, Sieben und Acht konnten Franzobel, Cornelia Travnicek und Stephan Lack gewonnen werden.

Franzobel schrieb bereits im Jahr 2014 für die Sommerspiele das Werk „Metropolis.“ Sommerspiele-Intendant Hauer schätzt an Franzobel die Wucht seiner dramatischen und überhöhten Sprache: „Diese Brillanz in der Tonalität, welche durch die Kombination von Brachialität und Feinsinnigkeit pure Energie verkörpert, wirkt befremdlich und doch vertraut, und vermag uns sofort in eine Richtung zu leiten. Wie ein Brennglas wirkt diese Wuchtigkeit auf Situationen.“

Erstmals in Melk ist Cornelia Travnicek. Sie wird sich mit dem Thema „Ehebruch“ auseinandersetzen. „Ich wollte dieses Gebot von einer Frau bearbeitet haben und bat bewusst die jüngste Schriftstellerin im Team dieses Gebot zu bearbeiten“, erklärt Hauer.

Mehrmals für Melk tätig war bereits Stephan Lack. Nach „Die Odyssee“ und „Bartholomäusnacht“ widmet sich Lack dieses Mal dem Gebot „Du sollst nicht stehlen“. Stephan Lack umschreibt seinen Ideenfindungsprozess folgendermaßen: „Mein Text wird sich auch mit der Frage beschäftigen, wie viel ärmer eine Gesellschaft wäre, in der es keinen Gedankendiebstahl gäbe. Keinen Ideenraub. Keine Nachahmung. Keine Einverleibung fremder Überlegungen. Keine Durchlässigkeit von einer Gedankenwelt zur anderen. Und mit der Frage, ob wir tatsächlich bereit sind, in so einer Gesellschaft zu leben.“

Die Sommerspiele feiern am 17. Juni Premiere.