Arztversorgung bis auf Weiteres gesichert. Im Ringen um Hausärzte ist St. Leonhard durch zwei Maßnahmen zumindest mittelfristig am Ziel.

Von Michael Bouda. Erstellt am 23. Januar 2020 (06:35)
Symbolbild
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Es war ein harter Schlag für die Marktgemeinde, als gegen Jahresende bekannt wurde, dass St. Leonhards zweite Kassenplanstelle, jene, die zurzeit noch Hansjörg Fedrizzi besetzt, nach Zelking-Matzleinsdorf abwandern wird (die NÖN berichtete). Insofern hatte die ärztliche Versorgung für St. Leonhards VP-Ortschef Hans-Jürgen Resel „oberste Priorität“. Und zumindest mittelfristig ist die Gesundheitsversorgung gesichert – durch zwei Maßnahmen.

Hans-Jürgen Resel freut sich über die erreichten Lösungen.
Gleiß

Zum einen wird bereits ab April ein neuer Mediziner in der Ordination Lebersorger mitarbeiten, um einen fließenden Übergang nach der Pensionierung der Ärztin im Juli zu ermöglichen. Namen ließ sich Resel aber noch keinen entlocken. Die Baustelle der Arztnachfolge ist damit, aller Voraussicht nach, beseitigt.

Zum anderen wurde eine Lösung gefunden, die Abwanderung von Fedrizzi nach Kirnberg und den Verlust der zweiten Planstelle zu kompensieren. Fedrizzi wird ab April in der Nachbargemeinde praktizieren (die NÖN berichtete), gleichzeitig seine Räumlichkeiten in St. Leonhard aber als Zweitordination weiterführen.

Fedrizzi so lange wie möglich in St. Leonhard

„Ich will die Beziehung zu meinen Patienten in St. Leonhard aufrechterhalten und so lange ich kann den Versorgungsauftrag erfüllen“, sagt Fedrizzi. In einem Schreiben von

Österreichischer Gesundheitskasse und Ärztekammer wird ihm die Möglichkeit der Zweitordination bis Ende Juni eingeräumt. Was danach passiert, muss noch geklärt werden. 20 Stunden pro Woche wird Fedrizzi in Kirnberg praktizieren. „Und so viel, wie notwendig ist, in St. Leonhard“, sagt der Arzt.

Nicht nachvollziehen kann Fedrizzi die Kritik der Liste „Vision Leonhard“, dass in der Zweitordination keine E-Card-Versorgung möglich sei. Fedrizzi: „Das entspricht nicht den Fakten. Solange es mir die Kasse und die Ärztekammer erlauben, kann ich die Gesundheitsleistungen über die Kasse abrechnen.“

Der parteilose St. Leonharder Gemeinderat Gerhard Dragovits, der für „Vision Leonhard“ antritt, argumentiert, dass ab dem 1. Juli, wenn die Kassenstelle in Zelking-Matzleinsdorf besetzt ist, in St. Leonhard nur mehr bei einer Stelle über die Gesundheitskasse verrechnet werden könne.

„Uns geht es um einen langfristigen Lösungsansatz“, erklärt Dragovits, der die Ausführungen von Resel deshalb als „irreführend“ bezeichnet. Resel dementiert: „Dass bei der Zweitordination auch Kassenleistungen abgerechnet werden können, ist sicherlich über den Zeitpunkt, wenn in Zelking-Matzleinsdorf die Stelle besetzt ist, hinaus möglich.“