Eine Leidenschaft für Rost und Ersatzteile. Die Traktorfreunde Leonhofen restaurieren ihre historischen Gefährte mit Liebe zum Detail. Nächste Ausfahrt ist bei Melktal Classic.

Von Anna Faltner. Erstellt am 24. August 2018 (05:00)
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Das Geräusch, wenn die Traktorfreunde Leonhofen die Motoren ihrer Oldtimer starten, ist unverkennbar – und echt. Denn jeder Lenker hat viel Schweiß und Leidenschaft in seinen Traktor gesteckt. Dass sich die Arbeit gelohnt hat, beweisen die knapp 35 Vereinsmitglieder am Samstag bei der dritten Auflage der Melktal-Classic.

Rund 200 Stunden Arbeitszeit fließen in die Restauration eines Oldtimers. Die Nachbarn Karl Wieder und Josef Lemp haben in den 1980er Jahren mit ihrem ersten Traktor begonnen. „Das Ganze artet in eine Liebhaberei aus. Es ist ein Hobby, in das man viel Zeit und Geld investiert“, erzählt Lemp.

Ersatzteile zu finden, ist größte Herausforderung

Dass es in der Region aber noch viel mehr Traktorfans gibt, hat sich erst bei der 850-Jahr-Feier 2010 in St. Leonhard herausgestellt. Denn da ist erstmals eine Traktor-Quadrille aufgefahren.

„Davor wussten wir nicht, dass es so viele historische, restaurierte Traktoren in der Gemeinde gibt“, war Karl Wieder verblüfft. Momentan bastelt er an einem Steyr 180A, Baujahr 1956. Motor, Bremse, Getriebe und Ersatzteile – alles wird neu angeschraubt. „Oft ist die Beschaffung der alten Ersatzteile die größte Herausforderung, weil es sie ganz einfach nicht mehr gibt“, berichtet Lemp.

Die meisten Oldtimer stammen vom bekannten Traktorenhersteller „Steyr“. Aber auch „Deutz“, „Ferguson“ oder „John Deere“ stehen in den Garagen der Hobbyhandwerker. Wenn Josef Schramel und Josef Homma von den Traktorfreunden Leonhofen zur Ausfahrt laden, dann werden die historischen Schätze auch vor Publikum präsentiert. Die Höchstgeschwindigkeit der Traktoren liegt übrigens bei 20 km/h.