Hochwasser soll die Stirn geboten werden. Mehrere Maßnahmen sollen in St. Leonhard umgesetzt werden, um sich künftig vor den Fluten zu schützen.

Von Michael Bouda. Erstellt am 19. Oktober 2020 (05:03)
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NOEN, FF Symbolbild

Das Hochwasser vom 22. August brachte auch in St. Leonhard erhebliche Schäden. Die Bemühungen laufen deshalb auf Hochtouren, um die Bevölkerung in der Zukunft besser vor möglichen Wassermassen zu schützen.

Über das Gemeindegebiet verteilt gibt es dabei mehrere Schauplätze: ein Objektschutz im Bereich Steghof (Mankfluss), lineare Maßnahmen in Form von Mauern oder Dämmen für die Melkfeld-Siedlung entlang der Melk, ein Objektschutz bei Altenhofen, Sandeben und Pöllendorf sowie ein Objektschutz in der Lunzen. Außerdem werden Maßnahmen bezüglich der Wildbäche in Diesendorf geprüft, die mit dem Wildbach- und Lawinendienst abgestimmt werden.

St. Leonhards VP-Ortschef Hans-Jürgen Resel will sich für Lösungen einsetzen.
Gleiß

Der Objektschutz im Bereich Steghof ist dabei vom Gemeinderat bereits beauftragt, die anderen Projekte befinden sich in der Vorbereitungsphase. „Es ist alles in die Wege geleitet“, erklärt St. Leonhards VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel gegenüber der NÖN.

2021 soll dann alles für die konkrete Umsetzung bereit sein. „Wir haben eine Zeitschiene festgelegt, wonach nächstes Jahr zeitversetzt alle Projekte auf dem Tisch liegen sollen“, sagt Resel und verweist darauf, dass mit den entsprechenden Stellen beim Land Niederösterreich und dem Bund die höchstmöglichen Förderungen erzielt werden sollen. „Ich kann versprechen, dass ich mich voll dafür einsetze, den bestmöglichen Schutz mit den bestmöglichen Förderungen herauszuholen“, betont Resel.

Beim Thema Hochwasserschutz blieb im Zuge der jüngsten Gemeinderatssitzung die Kritik der oppositionellen Vision Leonhard (VL) nicht aus.

„Ohne unseren Antrag wäre nichts passiert“

VL-Mandatar Erich Radlbauer übt Kritik am Vorgehen des Bürgermeisters.
privat

Dem geschäftsführenden VL-Gemeinderat Erich Radlbauer war dabei der Umgang mit den Linearmaßnahmen entlang des Melkflusses ein Dorn im Auge. Diese, sagt Radlbauer im Gespräch mit der NÖN, seien von der regierenden Volkspartei bereits ad acta gelegt worden und erst nach der Antragstellung durch die VL von der VP wieder aufgegriffen worden – sowohl im an die St. Leonharder Haushalte verschickten Bürgermeisterbrief als auch in der Gemeinderatssitzung. Eine Woche vor der Sitzung hatte die VL einen Antrag eingereicht, wonach explizit der Hochwasserschutz entlang der Melk vorgezogen werden solle. „Es wäre nicht so gekommen, wenn wir den Antrag nicht gestellt hätten, es wäre nichts passiert“, kritisiert Radlbauer und fügt hinzu: „Die Planungen gehören sofort eingeleitet.“ Resel entgegnet, dass die linearen Maßnahmen entlang der Melk schon länger Thema seien: „Wir haben das Projekt immer im Auge gehabt.“