Nach Zoobrand: Ärger um Himmelslaternen. 30 Affen starben in Deutschland wegen illegaler Lampions. Auch in NÖ sind sie verboten. In St. Leonhard stiegen sie trotzdem.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. Januar 2020 (04:47)
Aufgrund von Himmelslaternen fing ein Affengehege in Deutschland Feuer. Eine St. Leonharderin fand Überreste der illegalen Lampions beim Spazieren.
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In der Silvesternacht starben 30 Affen im Krefelder Zoo, da ihr Gehege aufgrund von illegalen Himmelslaternen Feuer fing. Nicht nur in Deutschland war die Trauer – und auch die Wut – darüber groß. Als Marion Löcker, Obfrau des Tierschutzvereins „Robin Hood“, am 1. Jänner neben Überresten von Raketen und Silvesterknallern auch noch solche Laternen beim Spazierengehen durch St. Leonhard fand, riss endgültig ihr Geduldsfaden.

„Ich verstehe nicht, wie man so rücksichtslos sein kann“, schüttelt die St. Leonharderin den Kopf. „Unsere Landwirte klagen über Trockenheit, auch bei uns gibt es eingesperrte Tiere“, stuft sie die fliegenden, bunten Lampions brandgefährlich ein. Und das sind sie auch.

Genehmigungen werden vom Land nicht erteilt

Der Grund: Wunschlaternen erreichen mit der richtigen Windstärke große Flughöhen sowie beträchtliche Reichweiten. Damit stellen sie eine massive Brandgefahr dar.
In der Wunschlaternenverordnung ist das „In-Verkehr-Bringen von Miniatur-Heißluftballonen“ dezidiert aus diesem Grund verboten. Seit 2009 darf man sie in Österreich auch nicht mehr käuflich erwerben, selbstredend auch nicht importieren. Will jemand Himmelslaternen steigen lassen, muss er sich außerdem erst eine Genehmigung vonseiten des Landes holen. Und die wird nie erteilt. Alois Stockinger vom Land NÖ erklärt, wieso: „Das Steigenlassen ist nur erlaubt, wenn weder der Luftverkehr noch Personen oder Sachen auf der Erde gefährdet werden können. Das kann man bei Wunschlaternen aber nie ausschließen.“ Die Antragssteller werden über das Gefahrenpotenzial informiert. „Es hat bisher keinen Fall gegeben, bei dem nach dem Gespräch der Antrag nicht zurückgezogen wurde.“