Kreisverkehr: Zahlen liegen auf dem Tisch. 50.000 Euro an Mehrkosten für Betonvariante durch Zuschuss gedeckt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 29. September 2018 (05:00)
Paul Plutsch
Die Kreuzung an der Westseite des St. Leonharder Hauptplatzes wird im Rahmen der Erneuerung als Kreisverkehr ausgestaltet. Die Gemeinde hat sich für die Variante aus Beton entschieden.

Der Bau des Kreisverkehrs erhitzt die Gemüter schon lange. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung waren die Kosten, die mit dem Projekt für den Hauptplatz verbunden sind, Thema.

„Der Kreisverkehr ist eine von acht Verkehrsplanungsvarianten, die auch von der NÖ Straßenbauabteilung favorisiert wurde“, erläutert der parteilose Gemeinderat und Projektkoordinator Gerhard Dragovits.

Die Entscheidung für einen Kreisverkehr sei außerdem von anderen Faktoren abhängig gewesen – beispielsweise vom Land Niederösterreich als Eigentümer der Straßenflächen. „Der Einfluss der Gemeinde war beschränkt“, meint Dragovits diesbezüglich. Unterm Strich gaben Sicherheitsüberlegungen ebenso wie die Flüssigerhaltung des Verkehrs den Ausschlag für die Errichtung eines Kreisverkehrs. Dragovits: „Diese Kreuzung ohne Kreisverkehr gleicht einem Auto ohne Sicherheitsgurte.“

Billigerer Asphaltoder teurerer Beton?

Zur Debatte stand nun, ob der Kreisverkehr in Asphalt oder Beton ausgeführt werden soll. Die kostengünstigere Version mit Asphalt beläuft sich auf 72.276,14 Euro. Entschieden hat sich die Gemeinde für die knapp 50.000 Euro teurere Ausführung aus Beton, die mit 120.640,24 Euro zu Buche schlägt.

Eine „Kostenlawine“ kommt dadurch aber nicht auf die St. Leonharder zu, wie Dragovits betont: „Die Differenz zur Variante Asphalt wird von der NÖ Straßenbauabteilung übernommen.“

„Nachdem man nicht in vier bis fünf Jahren wieder Erneuerungsarbeiten durchführen will, ist das auf Sicht die beste Lösung.“Gerhard Dragovits

Abgesehen davon gäbe es handfeste Gründe, die für eine Ausführung mit Betonelementen sprechen, wie Dragovits ausführt: „Bei Beton ist der Abrieb, speziell im Sommer, geringer und im Gegensatz zum Asphalt gibt es weniger Probleme mit Spurrinnen, die aufgrund des vielen Schwerverkehrs zu erwarten wären.“

In Summe habe daher sehr viel für die im Endeffekt kostenneutrale Beton-Variante gesprochen. Dragovits: „Nachdem man nicht in vier bis fünf Jahren wieder Erneuerungsarbeiten durchführen will, ist das auf Sicht die beste Lösung.“

Die Kosten für den Kreisverkehr generell und der Mehraufwand für die Ausführung aus Beton im Speziellen seien laut Dragovits aber ohnehin relativ zum finanziellen Gesamtaufwand zu sehen.

„Die wahren Kosten liegen unter der Erde. Ungeachtet welche Straßenplanungsvariante zum Zug gekommen wäre – bei allen Varianten sind dieselben Einbauten zu machen“, verweist der parteilose Gemeinderat innerhalb der VP-Fraktion auf Einbauten wie jene der Post, für die Strom- und Internetversorgung, für Hausanschlüsse, die Fernwärmeleitung, den Kanal oder die Oberflächenentwässerung.