Handwerks-Geschick unterm Christbaum. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet Alois Schauer seine Krippen. Ans Aufhören denkt der 82-Jährige noch lange nicht.

Von Anna Faltner. Erstellt am 22. November 2017 (05:30)
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Moos, Wurzeln, Äste, Zapfen, Baumschwammerl, Rinden, Steine und Stroh in Kombination mit sehr viel Ruhe und Geduld. Das ist alles, was Alois Schauer benötigt, um seine Krippen zu bauen. Mehr als 100 davon sind in den letzten 14 Jahren in seiner Werkstatt entstanden.

Jede Krippe ist individuell. Das gesamte Material verarbeitet der 82-Jährige nämlich so, wie er es im Wald findet. „Dazu braucht man schon ein gewisses Gespür und erfinderisch muss man sein. Ich finde etwas und weiß genau, was ich daraus machen kann. Ein anderer steigt einfach drüber“, erzählt er.

Vor dem Bau der Krippe heißt es also Material sammeln – das ganze Jahr über. „Dazu gehe ich oft mit meiner Frau spazieren. Das hält nebenbei auch fit.“ Die Figuren kommen von einem speziellen Händler aus dem Burgenland. „Die sind das Wichtigste“, betont er.

„Es ist ein schönes Hobby“

Für den Bau benötigt Schauer etwa eine Woche. Er beginnt wie bei einem Haus mit dem Grundriss aus Holz. Mit viel Liebe zum Detail bastelt er Rauchfänge, Besen, Leitern und Ställe in die Krippen hinein. Dafür hat der gelernte Tischler schon viel in verschiedene Maschinen investiert.

„Es ist auch nicht ganz ungefährlich. Aber ich mache es gern. Es ist ein schönes Hobby.“ Interesse für das Handwerk zeigte der 82-Jährige schon in der Schule. „Da habe ich als Geschenk für meine Mutter meine erste Krippe gemacht. Sie hat etwas wild ausgesehen, aber ihr hat sie gefallen“, lacht er.

Mit Krippen-Verkauf erst vor 14 Jahren gestartet

Dann beschäftigte er sich mehr mit Holzschnitten. Als vor etwa 14 Jahren im Ort eine Forststraße gebaut und einige Wurzeln von Bäumen freigelegt wurden, kam ihm die Idee. Kurz darauf verkaufte er seine erste Krippe. Viele weitere folgten, die er dann auch bei weihnachtlichen Ausstellungen anbot.

„Die Nachfrage ist bis jetzt immer sehr stark gewesen. Wie es in Zukunft ist, weiß ich nicht. Aber solange es mir Freude bereitet, werde ich auf jeden Fall weitermachen“, verspricht der rüstige Handwerker.

Besichtigen kann man die Krippen direkt bei Familie Schauer in St. Oswald zu Hause oder bei einigen Adventmärkten. Alois Schauer stellt etwa bei der Hobby-, Kunst- und Handwerksausstellung in Ardagger-Markt, am St. Oswalder Adventmarkt sowie beim Waldhausener Advent aus.