Mostkönigin Petra Lechner: Ein „Adelstitel“ mit Folgen. Vor 20 Jahren wurde Petra Lechner zur ersten Mostkönigin Österreichs gekrönt. Das hat ihr Leben maßgeblich verändert.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. Mai 2020 (04:34)
Damals und heute: Petra Tober aus Fünfling (St. Oswald) vor 20 Jahren als erste Mostkönigin Österreichs. Heute heißt sie Petra Lechner und betreibt mit ihrer Familie einen Bio-Obstbau in Groß Sierning (St. Pölten-Land). Krone und Dirndl besitzt sie noch.
Leo Baumberger, privat

Ob ihr denn der Most noch schmeckt? „Ich trink‘ schon hin und wieder einen“, lacht Petra Lechner. Vor 20 Jahren gab es eine Zeit, in der der Most beinahe automatisch in Gläser gefüllt wurde, wenn sie den Raum betrat. Petra Lechner hieß damals noch Petra Tober und war 21 Jahre alt, als sie zur ersten Mostkönigin in Österreich gekrönt wurde.

„Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet“, erzählt sie. Mit Most – und dem Mostviertel – hatte sie schließlich damals nicht viel am Hut: Ihre Eltern hatten einen Milchviehbetrieb und ihre Heimatgemeinde St. Oswald liegt im südlichen Waldviertel.

Der Medienrummel um die erste Mostkönigin des Landes war groß. Im Rampenlicht habe sie sich erst einmal zurechtfinden müssen. „Es war schon stressig, es gab viele Termine und es war, denke ich, nicht so durchorganisiert wie heute.“ Sie hatte Dirndl und Krone während ihrer zweijährigen Amtszeit immer im Auto dabei, falls es schnell gehen musste.

Dass Produkthoheiten immer nur dekorativ in die Kamera grinsen müssten, lässt Lechner so nicht stehen. „Es war eine spannende Erfahrung und diese Zeit hat den Grundstein für meine Zukunft gelegt“, betont sie. Die vielen Betriebsbesuche haben nämlich ihre Leidenschaft geweckt: Heute produziert Lechner gemeinsam mit ihrer Familie in Groß Sierning Bio-Säfte.