Auf Visionen sollen Umsetzungen folgen. Bis zum Jahr 2022 steht Belebung der Altstadt im Mittelpunkt. ÖVP schlägt Ankauf von leer stehenden Gebäuden vor.

Von Markus Glück. Erstellt am 30. Oktober 2018 (03:20)
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VP-Stadtrat Ewald Becksteiner, Miriam Gerhardter und SP-Stadtchef Alois Schroll mit dem Stadterneuerungskonzept.

Nach dem grünen Licht durch das Land Niederösterreich präsentierten SP-Stadtchef Alois Schroll, VP-Wirtschaftsstadtrat Ewald Becksteiner und Miriam Gerhardter von NÖ Regional das neue Stadterneuerungskonzept zum NÖ Stadterneuerungsprozess. Die NÖN berichtete bereits in der letzten Ausgabe exklusiv vom 52 Seiten umfassenden Konzept, welches den Fokus auf Zentrumsentwicklung, Soziales und Bildung sowie Mobilität legt.

Für Gerhardter passen die aktuellen großen Projekte, wie Hotelbau und Stadthallen-Sanierung, optimal in den bis zum Jahr 2022 laufenden Prozess. Schroll erhofft sich durch das Konzept eine weitere positive Entwicklung für die Stadt. So stieg in den letzten sieben Jahren die Einwohnerzahl auf 5.715 Einwohner (+123 Einwohner) und die Anzahl der Wirtschaftsbetriebe auf 491 (2001: 218).

Der Stadtchef ist stolz, dass sich die Stadt zu einer Einpendelgemeinde (4.018 Arbeitsplätze) sowie zu einem wichtigen Schulstandort (2.293 Schüler) entwickelt hat. „Die Flächenbedarfsprognose geht von 840 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2040 aus“, erklärt Schroll.

Entwicklungsprozess ist in der Altstadt gefordert

Um aber nicht die Peripherie zu beleben und dafür die Altstadt sterben zu lassen, setzt die Stadtgemeinde den Fokus vor allem in Richtung Innenstadt.

„Die Zentrumszone Innenstadt ist eines meiner Steckenpferde. Wir sind vor allem in der Altstadt gefordert“, betont Becksteiner. Ihm geht es dabei aber nicht nur um Visionen, sondern um die konkrete Umsetzung. Hauptproblem für die Innenstadt ist aktuell, dass viele Hausbesitzer ihre Immobilien zu überhöhten Preisen verkaufen oder diese verfallen lassen.

Dadurch leidet das Stadtbild. Becksteiner schlägt daher vor, mit den Besitzern in Kontakt zu treten und als Stadt in Verhandlungen zu versuchen, Gebäude möglichst günstig anzukaufen. „Gibt es dann ein konkretes Projekt eines Investors, können wir danach besser handeln“, glaubt Becksteiner.

So steht aktuell ein Gebäude in der Innenstadt zum Verkauf. Mit dem Bauunternehmer Pöchhacker plant zudem ein Ybbser ein Projekt in der Herrengasse. Einen Schub erwartet sich die Gemeinde auch durch die Erweiterung des Fahrradmuseums.