Ybbs: „Wunschliste“ für Gastro. Trotz baldiger Eröffnung noch kein Mietvertrag mit Pächterin. Ihr „Input zum Mietvertrag“ sorgt derzeit für Wirbel und wird als „Wunschliste“ abgetan.

Von Markus Glück. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:34)
Der Gastrobereich der Stadthalle ist derzeit noch Baustelle.
Glück

Während sich der Baustellenstaub bei der Stadthalle langsam legt, wirbelt dafür ein internes Papier, aufgesetzt von der künftigen Stadthallen-Gastronomin Hannah Neunteufel, gehörig Staub auf. Auf vier Seiten skizzierte sie ihre Vorstellung über die künftige Zusammenarbeit, in der Stadtgemeinde ist man darüber wenig erfreut. Ein Mietvertrag ist trotz baldiger Eröffnung weiterhin nicht unterschrieben.

Der vierseitige „Input“ zum Mietvertrag enthält etwa eine Passage betreffend Adaptierungsarbeiten des Rohbaus, die Mehrkosten, die Schätzung liegt bei mehreren Zehntausenden Euro, soll die Stadtgemeinde tragen. Daneben findet sich auch der Punkt der „exklusiven Gastro-Versorgung der Stadthalle“, eine Auslastungsgarantie (unter 70 Events soll keine Miete fällig werden), ein Anlagerecht für Sportboote direkt bei der Stadthalle sowie ein unbefristeter Mietvertrag auf 15 Jahre. Für Unmut sorgt auch der Wunsch für ein Durchfahrtsverbot für Radfahrer beim Donauradweg im Bereich ihres Lokals.

Angesprochen auf das interne Papier zeigt sich SP-Stadtrat Christoph Fritz, er ist für die Verhandlung des Mietvertrages zuständig, verschnupft, er verstehe nicht, warum dieses Projekt ins negative Licht gestellt wird. So laufen sämtliche Verhandlungen harmonisch, die Wünsche von Neunteufel seien zudem nachvollziehbar. „Mögliche zusätzliche Umbauarbeiten werden im Moment geprüft und im Baubeirat abgehandelt“, meint Fritz.

Input für Vertrag wird derzeit geprüft

Andere Punkte, etwa zum Thema Anlegerecht, bezeichnet Fritz als „Wunschliste“, die auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Zugeknöpft gibt er sich beim notwendigen Umsatz des Gastro-Betreibers: So muss laut einem Insider der Umsatz bei zwei Millionen Euro, etwa 5.500 Euro pro Tag, liegen, damit der Betrieb rentabel läuft.

Bei der ÖVP betont VP-Stadtrat Gert Kratzer, dass im Baubeirat noch nie über die „Wunschliste“ diskutiert wurde, obwohl diese bereits seit Mitte Oktober vorliegt. „Ein Umbau kann derzeit aber nicht erfolgen, dazu muss der Baubeirat zustimmen“, sagt Kratzer. Angesprochen auf die Umsatzmarke von zwei Millionen Euro sieht Kratzer einen Knackpunkt im künftigen Konzept der Stadthalle: „Wir brauchen ein vernünftiges Stadthallen-Marketing, sonst wird es schwierig.“ WUY-Gemeinderat Paul Hacker zeigte sich erschüttert: „Das sind unglaubliche Bedingungen, die hier diktiert werden. Den Umsatz wird sie niemals erreichen.“