Wildtauben sorgen für Zorn bei Landwirten in Ybbs

Erstellt am 05. Oktober 2022 | 03:42
Lesezeit: 3 Min
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Ein Ybbser Landwirt ist auf seinem Hof täglich mit hunderten Tauben konfrontiert. Sie zerstören seine Silage und verschmutzen die Futtervorräte. Nach einer Lösung wird gesucht.
Foto: privat
In Ybbs herrscht Konflikt zwischen Jägern und Bauern über die Bejagung von Wildtauben und Krähen.
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Ein Ybbser Landwirt schlägt Alarm: Durch die steigenden Wildtauben- und Krähenpopulationen hat dieser am Feld und auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb massive Probleme. „Mittlerweile picken täglich weit über 100 Wildtauben die Maiskörner aus unserer Silage und verschmutzen die Futtervorräte. Ich habe auch schon unseren Jäger um Hilfe gebeten, bin dabei aber nur belächelt worden“, ärgert sich der Ybbser. Das Problem besteht aber nicht nur bei ihm, sondern auch bei anderen Landwirten. Er berichtet von Fällen, wo mehrere Hektar junge Maispflanzen vernichtet wurden. „Die Folge sind Missernte und Ernteverlust“, betont der Landwirt.

Nachgefragt beim Bezirksjägermeister Robert Wurzer, kennt dieser die Problematik bei den Landwirten. Bei Krähen dürfe man seit Kurzem zwar auch Junggesellenverbände bejagen, allerdings stelle sich dieses Unterfangen schwierig dar: „Wenn ich ein bis zwei Krähen schieße, ist nicht viel passiert und den Landwirten ist nicht geholfen.“ Schwieriger gestaltet sich die Situation zudem bei Wildtauben, die nicht so leicht geschossen werden dürfen. „Das Hauptproblem für den Landwirt ist aber die Krähe. Ich kenne den Fall zwar nicht, es gilt aber: Der Landwirt ist mitverantwortlich, seine eingebrachten Früchte zu schützen. Wenn Krähen am Kukuruzfeld Schaden anrichten, haftet der Jäger.“

Vonseiten des Jagdverbandes heißt es, dass die Aaskrähe nur eingeschränkt während der von der Bezirksverwaltungsbehörde verordneten Schusszeiten bejagt werden darf − und zwar nur am Feld. „Der Grundeigentümer selbst hat die Möglichkeit, die Vögel mit Vogelscheuchen oder anderen visuellen Mitteln zu vergrämen“, so ein Sprecher des Jagdverbandes.

Das Problem des betroffenen Bauerns ist auch dem Ortsbauernratsvorsitzenden und Gemeinderat Hans Luger bekannt. Er betont, in der Angelegenheit, „lösungsorientiert“ zu arbeiten. So soll in den nächsten Tagen ein Termin mit den betroffenen Landwirten und den Jägern stattfinden. „Die Krähe macht mittlerweile einen enormen Schaden und man erwischt sie relativ schwer“, sagt Luger.

Die Situation führt mittlerweile auch zu einem Konflikt zwischen Landwirten und Jägern. „Besser man redet miteinander als übereinander. Es sind viele Sachen passiert, mir ist aber wichtig, dass sich beide Seiten verstehen und wir hier gemeinsame Lösungen erarbeiten“, will Luger vermitteln.

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