Stift Melk als Kulisse für Doku-Drama. Szenen für „Das Land, der Bischof und das Böse - Michael Memelauer“ im Kloster gedreht. Pater Alois Köberl war live dabei: Er berichtete der NÖN über seine Erfahrungen auf den Film-Sets und auch vor der Kamera.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 14. September 2021 (13:54)

Dompfarrer, Bischof der Diözese St. Pölten, Widerstandskämpfer. Michael Memelauer war vieles in seinem Leben. Aber nicht still: Memelauer (1874-1961) stellte sich – in seiner Silvesterpredigt 1941, also mitten im Zweiten Weltkrieg – vehement gegen die NS-Euthanasie. „Vor unserem Herrgott gibt es kein unwertes Leben“, distanzierte er sich vom Nationalsozialismus. Regisseurin Anita Lackenberger zeigt nun eine Hommage an Memelauer: „Das Land, der Bischof und das Böse“ ist ein Doku-Drama, das das Leben des Bischofs beleuchtet. Der Film wurde an mehreren Orten gedreht – so etwa am St. Pöltner Domgelände, als auch im Stift Melk. Beide Male war Pater Alois Köberl live dabei.

"Spannend, hinter die Kulissen zu blicken"

„Es war sehr spannend, hinter die Kulissen bei einer Filmproduktion zu blicken“, berichtet er der NÖN. Dabei durfte er den Filmemachern aber nicht nur über die Schulter schauen, sondern selbst vor der Kamera stehen. „Pater Ludwig Wenzl, Pater Andras Janisch und ich waren Statisten bei Aufnahmen am St. Pöltner Domgelände“, verrät er. Erst ging es in die Maske, dann aufs Film-Set. „Das war schon eine tolle Erfahrung. Ich bewundere, mit wie viel Fingerspitzengefühl Anita Lackenberger sich der Historie angenähert hat.“ Pater Alois Köberl ist der Leiter vom Team der jungen Pastoral im Stift Melk und unterrichtet Geschichte und Religion am Gymnasium.

Film ist diese Woche im Stift zu sehen

Im Stift Melk wurde im sogenannten Juvenat gedreht: In diesen Räumlichkeiten befand sich früher ein Internat, momentan werden sie nicht genutzt. „Die Location war perfekt für die – doch sehr bedrückende – Szene, schließlich galt es, ein Klassenzimmer einzufangen. Erst mit Hitler-Bild an der Wand, dann mit Kreuz“, gibt der Pater Einblick. Auch das passende Mobiliar hatte man im Stift parat, wie er berichtet: „Wir hatten noch alte Schulgarnituren auf dem Dachboden!“
„Das Land, der Bischof und das Böse“ feierte im Hollywood Megaplex in St. Pölten Premiere, diesen Mittwoch, 15. September, ist das Doku-Drama im Stift Melk um 19 Uhr zu sehen.