Silvester ohne Knalleffekt im Bezirk Melk. Keine Partys, kein Feuerwerk: eine NÖN-Vorschau auf Silvester 2020 im Bezirk Melk.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:14)
Michael Liebert

Mit dem „harten“ Lockdown seit 26. Dezember fallen ausgelassene Silvesterpartys heuer flach. Ein Haushalt darf maximal eine Person aus einem fremden Haushalt empfangen. Die NÖN sprach mit der Exekutive, der Bezirksbehörde und dem Landesklinikum Melk, was der stille Jahreswechsel mit sich bringt.

Polizei: Kontrollen „mit Augenmaß“ 

Die Ausgangsbeschränkungen im dritten „harten“ Lockdown gelten wieder ganztägig. Bezirkspolizeichef Herbert Oberklammer betont gegenüber der NÖN, dass es während des Lockdowns Kontrollen geben wird, allerdings „mit Augenmaß und in Absprache mit der Bezirkshauptmannschaft Melk“. „Zu Silvester gibt es wie jedes Jahr eine verstärkte Überwachung“, erläutert er, dass der polizeiliche Dienstplan coronatechnisch nicht sonderlich aufgestockt wird.

Im zweiten Lockdown kam es im Bezirk zu Denunzierungen und Vernaderungen, etwa innerhalb von Nachbarschaften, wenn befürchtet wurde, dass sich mehr Personen als erlaubt in einem Gebäude aufhielten. Davon rät Oberklammer eindringlich ab: „Wichtig ist, immer bei Vorfällen das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. Eine gute Nachbarschaft ist schnell ruiniert und sind doch Nachbarn jene Leute, die bei Notfällen als Erster zur Stelle sind.“ Zu Vernaderungen sei es im Bezirk Melk laut dem Bezirkspolizeichef mittlerweile kaum mehr gekommen.

Bezirkshauptmannschaft: Events und Feuerwerke nicht gestattet

Im Pyrotechnikgesetz ist ein generelles Verbot von Feuerwerk im Ortsgebiet festgelegt. Silvesterknallerei im Ortsgebiet gäbe es nur bei einer bürgermeisterlichen Ausnahme. Der Bezirkshauptmannschaft Melk sei nicht bekannt, dass einzelne Gemeinden Ausnahmen vom Verbot der Verwendung von Feuerwerkskörpern (der Kategorie F2, etwa Schweizer Kracher, Knallfrösche, Batteriefeuerwerke, etc.) gestattet hätten. „Derzeit wurde von der Bezirkshauptmannschaft Melk keine Bewilligung für ein Feuerwerk erteilt“, informiert Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner.

Neben dem Pyrotechnikgesetz seien aber vor allem auch die Bestimmungen der Covid-Schutzmaßnahmen zu beachten. „Demnach sind Veranstaltungen grundsätzlich nicht gestattet. Auch sind die geltenden Ausgangsregeln zu beachten“, verweist Haselsteiner auf die gegenständliche Verordnung.

Das blüht „Regelbrechern“

Angenommen, es kommt über dem Jahreswechsel zu einer Anzeige wegen Missachtung der Covid-Verordnung: In welchem Strafmaß bewegt man sich hier eigentlich? Etwa bei Zusammenkünften von zu vielen Haushalten unter einem Dach oder eine Missachtung der ganztätigen Ausgangssperre? Oder wenn man trotz Verbot im Pyrotechnik-Gesetz im Garten Silvesterkracher zündet?

Der Bezirkshauptmann liefert Antworten: „Der Strafrahmen im Pyrotechnikgesetz reicht bis zu einer Geldstrafe in der Höhe von 3.600 Euro.“ Bei Verstößen gegen das Covid-Maßnahmengesetz liege der Strafrahmen bei bis zu 1.450 Euro. „Beim bloßen Verstoß gegen Voraussetzungen und Auflagen, etwa der Mundnasenschutz-Pflicht, ist mit Strafen bis zu 500 Euro zu rechnen“, erklärt Haselsteiner. Er appelliert an den „gesunden Menschenverstand“ anstelle von Strafdrohungen zur Einhaltung der Regeln rund um Silvester.

Landesklinikum Melk: „Mehr Rücksicht nehmen“

Für die Krankenhäuser in NÖ sorgt das Ausbleiben der Ballerei zum Jahreswechsel für Entlastung: Schließlich landen rund um den 31. Dezember auch viele Menschen nach Unfällen mit Feuerwerksköpern im Krankenhaus – und der Spitalbetrieb ist seit dem Ausbruch der Pandemie ohnehin schon sehr strapaziert. Petra Zettel von der NÖ Landesgesundheitsagentur gibt Einblick ins Landesklinikum Melk.

„Patienten, die am Silvesterabend das Klinikum aufsuchen, weisen unterschiedlichste Erkrankungen oder auch Verletzungen auf. Nach ärztlicher Abklärung und Grad der Verletzung werden sie bei uns versorgt oder auch in ein anderes Klinikum transferiert“, erläutert sie den Ablauf. Vermehrte Personalressourcen gäbe es über den Jahreswechsel im LKH Melk nicht. „Hinsichtlich der Silvesterknallerei ersuchen wir vor allem auf alte, kranke und ruhebedürftige Menschen Rücksicht zu nehmen“, appelliert Zettel. Feuerwerks- und Knallkörper in lärmempfindlichen Zonen – wie in unmittelbarer Nähe von Spitälern – zu zünden, ist im Übrigen gesetzlich verboten.