„Bauer sucht Frau“-Kandidat: „Will ein Vorbild sein“. „Bauer sucht Frau“-Kandidat Johannes (25) aus dem südlichen Waldviertel über den Medienrummel, seine Top-5-Platzierung bei der Mister-Austria-Wahl und was er in der Öffentlichkeit bewirken will.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. September 2021 (05:13)

„So, jetzt hab‘ ich Zeit – ich hab‘ gerade noch Heu rausgebracht“, lacht Johannes ins Telefon. Vieles hat sich in den vergangenen Monaten für den 25-jährigen Pferdebauern geändert. Die Stallarbeit – und sein Humor – aber nicht.

Alles begann Mitte Mai, als bekannt wurde, dass sich Johannes, aufgewachsen in einer beschaulichen Ortschaft im Südlichen Waldviertel, bei der diesjährigen Staffel der ATV-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ auf Partnersuche begibt. Es folgte das erste NÖN-Interview, Anfang Juni war er zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen. Von da an ging es Schlag auf Schlag: Johannes war bei Talkshows zu Gast, posierte für den Jungbauernkalender 2022 und stellte sich der Wahl zu „Mister Austria“. Die Entscheidung um den Titel ist mittlerweile gefallen, der Pferdebauer schaffte es unter die Top-5.

„Es war ein Mega-Event, eine richtig spektakuläre Show“, berichtet der 25-Jährige. In einem Linzer Palais präsentierten sich die Kandidaten, auf der Bühne, auf dem Catwalk. „Ich bin mir selbst schon vorgekommen wie ein Top-Model“, lacht Johannes. Dass er den Titel nicht mit nach Hause genommen hat, sei für ihn nicht schlimm. „Dabei sein ist alles. Ich gönn es den Gewinnern – und alle, die teilgenommen haben, haben schließlich auch etwas gewonnen: spannende Erfahrungen und unvergessliche Momente!“ Was Johannes auch gewonnen hat: zahlreiche neue Follower und Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien.

Rund 5.100 Leute folgen Johannes’ Aktivitäten auf Facebook, über 2.400 Abonnenten zählt aktuell sein Instagram-Account (Stand Redaktionsschluss Dienstag). Und nicht nur im Internet steht der 25-Jährige unter Beobachtung: Selbst beim Einkauf im Supermarkt wird er angesprochen, geschweige denn, wenn er am Wochenende unterwegs ist. „Ich war am Wachauer Volksfest, dort war es bis jetzt am ‚heftigsten‘, also im positiven Sinne“, lacht er. Ob es ihn gar nicht nerve, von Fremden angesprochen zu werden? „Nein! Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal passiert, aber das ist doch schön.“

Über 200 Bewerber für Johannes bei ATV-Show

Dass sein Leben seit wenigen Monaten derart öffentlich ist, stört Johannes nicht. Im Gegenteil: „Ich will ein Vorbild sein und meinen Bekanntheitsgrad nutzen. Homosexuell zu sein, da ist gar nichts dabei. Es ist doch egal. Es wird immer Leute geben, die Negatives suchen. Warum also nicht gleich so leben, wie man will?“ Und das möchte er nicht alleine tun: Nächsten Mittwoch, 15. September, startet die Ausstrahlung der „Bauer sucht Frau“-Hofwochen. „Über 200 Bewerber haben sich gemeldet, um mich kennenzulernen, völlig irre“, schüttelt Johannes den Kopf. „Wer bei mir auf dem Hof war, verrat’ ich aber natürlich jetzt nicht!“