Donauuferbahn. Bürgermeister wollen Busverkehr stärken

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 04:30
Lesezeit: 3 Min
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Die Donauuferbahn sorgt weiterhin für Gesprächsstoff in den Gemeinden nördlich der Donau. In den vergangenen Jahren wurden die Gleise bereits entfernt.
Foto: NÖN/Archiv
Bei Treffen mit Landesrat Schleritzko sprachen sich Ortschefs gegen Reaktiverung der Bahn, aber für besseren Busverkehr aus.
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Die Befürworter für die Reaktivierung der Donauuferbahn zwischen Weins und Leiben wollen weiter für den Zugverkehr kämpfen. Die Verkehrswende startete wenige Tage vor Weihnachten eine Online-Petition (openpetition.eu/!dub) „Weg frei für die Donauuferbahn“ um ihrem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen. Die Petition richtet sich direkt an die fünf Bürgermeister der betroffenen Gemeinden. Bis zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe haben mehr als 300 Personen ihre Unterstützung zugesagt. Der öffentlichkeitswirksame Start der Kampagne soll allerdings erst nach dem Jahreswechsel erfolgen.

Ob die Kampagne erfolgsversprechend ist, darf allerdings nach einem Treffen zwischen Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko und den fünf betroffenen Bürgermeistern in der vergangenen Woche bezweifelt werden. Grund für das Treffen ist die abermalige Initiative zur Reaktivierung der Donauuferbahn, die laut Schleritzko für Unruhe in der Region sorgt. Das Treffen diente dazu, die Sicht der Gemeindevertreter in Erfahrung zu bringen. „Diese haben im Gespräch, aber auch mittels Gemeinderesolutionen, deutlich gemacht, dass eine Wiederaufnahme der Bahnstrecke abgelehnt wird“, sagt Schleritzko. Im Gespräch brachten die Bürgermeister als Alternative eine gut funktionierende Zubringerlinie zur Westbahnstrecke ins Spiel. Diese soll über den Bahnhof Ybbs die Gemeinden Hofamt Priel, Persenbeug-Gottsdorf, Marbach, Klein-Pöchlarn und Leiben sowie den Bahnhof Pöchlarn verbinden. „Das ist unser einziger Wunsch, ansonsten sind wir glücklich“, betont Hofamt Priels Bürgermeister Friedrich Buchberger.

Klimaministerium spielt Ball an Land NÖ retour

Nur Kopfschütteln über den Vorschlag der Bürgermeister gibt es von Christa Kranzl, Unterstützerin der Initiative zur Wiederbelebung der Bahn und Ex-Staatssekretärin im Verkehrsministerium: „Jeder Experte bestätigt, dass der Busverkehr nicht gerade der umweltfreundlichste ist.“ Kranzl verstehe zwar, dass Schleritzko nicht gegen den Willen der Gemeindevertreter agieren möchte, erinnert aber daran, dass die Ortschefs nicht gleich die Bürger der jeweiligen Gemeinden sind. „Jetzt ist die Zivilbevölkerung am Zug. Warum führt kein Bürgermeister eine Befragung durch, wenn die Bevölkerung angeblich ohnedies gegen die Reaktivierung ist?“, erinnert Kranzl abermals an den Gemeinderatsbeschluss in Persenbeug-Gottsdorf, eine Befragung durchzuführen. Unterstützung für ihr Vorhaben erhält Kranzl jetzt auch von Emmersdorfs Bürgermeister Richard Hochrathner: „Für mich war es immer unverständlich, eine historisch gewachsene Bahn auf 19 Kilometer unterzubringen. Ein politischer Wahnsinn.“ Ebenso wie Hochrathner signalisiert auch die Ybbser Stadtchefin Ulrike Schachner Kranzl Zustimmung: „2017 wurde unter meinem Vorgänger eine Resolution beschlossen. Wir stehen weiter dazu. Dafür spricht eine mögliche Entlastung des Lkw-Verkehrs sowie eine touristische Aufwertung des Nibelungengaus.“

Involviert in die Debatte ist auch das Klimaschutzministerium. Dort wird zwar betont, dass jeder Kilometer, der mit der Bahn gefahren wird, ein Kilometer für den Klimaschutz ist, bei der Donauuferbahn spielt Ministerin Leonore Gewessler (Grünen) den Ball jedoch zurück ans Land: „Die vom Land Niederösterreich bereits aufgelassene Bahn ist eine Bahn, die im Eigentum des Landes steht. Die Zuständigkeit für weitere Entscheidungen liegt deshalb beim Land“, sagt Gewessler.

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