Messerangriff und Fenstersturz: Haft für 33-Jährigen. 33-Jähriger soll einen anderen mit einem Messer bedroht haben. Dieser sprang vor Angst aus Fenster und verletzte sich schwer.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 22. April 2021 (12:36)
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Im Februar springt ein ägyptischer Asylwerber aus dem Fenster seiner Unterkunft in Marbach. Er stürzt vier Meter in die Tiefe, bricht sich die Beine und mehrere Wirbel.

Gesprungen ist er aber nicht, weil er keinen Asylantrag stellen konnte, wie ein vor Gericht angeklagter 33-Jähriger dem Richter weismachen will. Er sprang, weil der 33-Jährige mit einem Messer auf ihn zugelaufen sein soll und dabei gesagt habe, er werde den anderen abstechen. So steht es zumindest im Einvernahmeprotokoll des Opfers, das der Richter verliest. Zur Verhandlung kann der Mann nicht erscheinen, er sitzt seit dem Sturz im Rollstuhl und hat große Schmerzen.

Er hatte kurz vor dem Vorfall Streit mit dem Mann, sagt der Angeklagte, ebenfalls ein ägyptischer Asylwerber. Und zwar, weil dieser ungefragt Lebensmittel des Angeklagten genommen haben soll. Dass er den Mann daraufhin mit dem Küchenmesser bedroht haben soll, streitet der Angeklagte ab. Er habe ihn nur laut beschimpft. Dass der Mann daraufhin aus dem Fenster sprang, bejaht der Angeklagte, das soll aber nicht seine Schuld gewesen sein, meint er.

Doch damit nicht genug. Als der Mann verletzt vor dem Gebäude lag, ging der Angeklagte mit einem Zweiten hinunter und trug den Schwerverletzten in den Eingangsbereich des Gebäudes. Dort soll der Angeklagte ihm gesagt haben, er solle der Polizei sagen, er sei die Treppe hinuntergefallen. Das streitet der Angeklagte ebenfalls ab, es bestätigen aber mehrere Zeugen aus der Unterkunft die Version des Opfers.

Für den Richter ist die Beweislage klar. Er verurteilt den Angeklagten wegen gefährlicher Drohung, fahrlässiger Körperverletzung, versuchter falscher Beweisaussage und schwerer Nötigung. Weil der Mann Ersttäter ist, bekommt er 21 Monate Haft, 14 davon bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.