Nachbar betonierte viermal (!) Kanal zu. Mann blockierte im südlichen Waldviertel den Abfluss seiner Nachbarn. Mutwillige Aktionen sorgten für Polizeieinsätze und Aufwand für Gemeinde.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. September 2020 (04:35)
Symbolbild
TextureMAN/Shutterstock.com

„Das ist eine sehr mühsame Geschichte“, schüttelt der VP-Bürgermeister der Waldviertler Gemeinde den Kopf. Bereits zum vierten Mal mussten die Gemeindearbeiter ausrücken, um ein Kanalrohr von Beton zu befreien. Für die Blockade sorgte jedes Mal ein Nachbar: Mutwillig grub er auf seinem Grund ein Loch in den Boden, um anschließend Beton hinein zu kippen. Die Folge: Anrainer hatten Probleme mit dem Abfluss und meldeten dies der Gemeinde. Als die Gemeindearbeiter schließlich nach dem Grund der Verstopfung suchten, entdeckten sie den Beton. Damit war das Problem aber noch längst nicht behoben.

Da der Waldviertler, der übrigens über die Jahre schon immer wieder mit diversen Aktionen und Anzeigen auffiel – die Gemeindearbeiter nicht auf seinen Grund lassen wollte, wurde die Polizei eingeschaltet. „Das ist eine schwierige Situation, denn der Herr hat einen Erwachsenenvertreter“, informiert Chefinspektor Herbert Oberklammer. Es kam laut dem Bürgermeister auch zu Anzeigen vonseiten der zuständigen Wasserrechtsbehörde der Bezirkshauptmannschaft Melk.

 „Es passt ihm halt irgendetwas nicht. Ich verstehe nicht, was das bringt. Es kostet allen nur Zeit und Nerven.“ Ein Nachbar des Anrainers

 „Das stimmt, es gingen dementsprechende Bescheide von uns hinaus. Der Unterschied bei einer Person mit Erwachsenenvertreter ist, dass diese an den Vertreter übermittelt werden“, erläutert Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner.

Damit es nicht zu weiteren Polizei- und Gemeindearbeiteraufgeboten kommt, suchte der Bürgermeister auch schon das Gespräch mit dem Gemeindebürger. „Wir sind bestrebt, hier eine Lösung zu finden, aber das ist nicht leicht“, berichtet er.

Warum der Mann überhaupt zu Schaufel und Beton griff? „Er nannte mehrere Erklärungen, aber auf die will ich nicht genau eingehen“, kommentiert der Ortschef gegenüber der NÖN. Nachgefragt bei einem Anrainer, der einen Polizei-einsatz beobachtete, mutmaßt dieser: „Es passt ihm halt irgendetwas nicht. Ich verstehe nicht, was das bringt. Es kostet allen nur Zeit und Nerven.“