Emmersdorf an der Donau , Hofamt Priel

Erstellt am 01. Juni 2018, 05:00

von Markus Glück und Denise Schweiger

Protestaktion: Letztes Aufgebot für Bahn-Erhalt. Bei ersten Abbauarbeiten demonstrierte Verkehrsforum Waldviertel auf der Baustelle. Gleisabbau wird dennoch vollzogen.

Mitglieder des Verkehrsforums Waldviertel demonstrierten, als nebenbei die Abrissarbeiten im Bereich Fahrenbach (Gemeinde Hofamt Priel) starteten.  |  privat

Im Dezember 2010 wurde der Verkehr auf der Donauuferbahn zwischen Emmersdorf und Sarmingstein (Oberösterreich) eingestellt. Seitdem fuhr kein Zug mehr auf den Gleisen – und das wird auch keiner mehr.

Die 19 Kilometer von Weins-Isperdorf bis Emmersdorf werden nun endgültig abgetragen. „Und das, während die restlichen rund 90 Kilometer der Donauuferbahn saniert werden“, schüttelt Marbachs SP-Bürgermeister Anton Gruber den Kopf. Lange kämpfte er für den Erhalt der Bahn – die Auflassung liegt dem Ortschef schwer im Magen. „Mit dem Gleisabbau nimmt man der ganzen Region Chancen. Ohne Gleise kann man schließlich auch kein Schienenradl installieren“, gibt Gruber zu Bedenken.

Während in Marbach Unverständnis herrscht, gibt sich Hofamt Priels VP-Bürgermeister Friedrich Buchberger abgeklärter. Vergangene Woche starteten im Bereich Fahrenbach im Gemeindegebiet Hofamt Priel die ersten Abbrucharbeiten der Eisenbahnbrücke. „Es gab etliche Gespräche, aber die Entscheidung gegen die Bahn vonseiten der Landesregierung und der NÖVOG ist nun einmal gefallen“, meint Buchberger. Die Gleise etwa für ein Schienenradl stehen zu lassen, hätte für ihn letztendlich auch keinen Sinn gemacht.

Die Brückenabbrucharbeiten für die Donauuferbahn begannen vergangene Woche im Bereich Fahrenbach in der Gemeinde Hofamt-Priel.  |  Markus Glück

Seit Monaten kämpfen die Mitglieder des Verkehrsforums Waldviertel gegen die Zerstörung der Bahnverbindung. Und trotz Abbauarbeiten ist ihr Kampfgeist noch nicht erloschen: Um ihren Protest zu zeigen, versammelten sich einige Mitglieder bei der Baustelle in Hofamt Priel. Dort demonstrierten sie für den Erhalt der Donauuferbahn und signalisierten zugleich ihre Ablehnung zur geplanten Waldviertelautobahn. „Mit dem Abriss wird wertvolle Infrastruktur zerstört. Wir werden uns weiter dagegen wehren“, gibt sich Verkehrsforum-Obmann Josef Baum kämpferisch.

Protest-Aktion soll Verfehlung aufzeigen

Andreas Offenborn von der Verkehrswende NÖ kritisiert vor allem das Vorgehen des Landes NÖ: „Das Land hat sich klar für den Klimaschutz positioniert. Jetzt zerstört man eine Bahn, auf der 100.000 Tonnen Schotter transportiert werden.“

Ob der Aussichtslosigkeit des Unterfangens befragt, will Offenborn nicht aufgeben und zumindest die Verfehlungen aufzeigen: „Es kann nicht sein, dass Bürgermeister unter Druck gesetzt wurden, nur weil Private Bahngrundstücke kaufen wollen, die öffentliches Gut sind.“

Aus dem Büro des zuständigen VP-Landesrats Ludwig Schleritzko heißt es, dass natürlich im Vorfeld geprüft wurde, ob der Erhalt und die Nutzung machbar seien, dem sei allerdings nicht so. „Dennoch schauen wir im Rahmen des Mobilitätspakets des Landes auch auf den öffentlichen Verkehr.“