Rettung auf Umwegen für die Donauuferbahn?. Gemeinderat beschloss, Volksbefragung zur Wiederbelebung der Trasse ins Leben zu rufen. Vorher braucht es aber ein Konzept. Laut Kranzl gibt es das aber schon lange.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. Februar 2020 (06:11)
Mitte Februar 2019: Vor einem Jahr wurden die Gleise der Bahn demontiert.
Michael Eder

Für Christa Kranzl fühlt es sich jetzt wohl so an, als wäre man auf die Bremse gestiegen. Im Dezember präsentierte sie ein Konzept für die Rettung der Donauuferbahn in Form einer Erweiterung der Wachaubahn. Sie habe mit einem möglichen Betreiber (Crampetcargo), Experten und Betriebsleitern gesprochen, von allen Seiten habe es grünes Licht gegeben. Nur nicht im Gemeinderat Persenbeug-Gottsdorfs.

Christa Kranzl vom Dorferneuerungsverein versteht die Kritik an ihrem Konzept nicht.
Gleiß

In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte sie als Dorferneuerungsobfrau einen Initiativantrag zur Resolution um die Rettung der Donauuferbahn von 310 Gemeindebürgern vor. Doch die Resolution wurde vonseiten der SPÖ und ÖVP abgeschmettert.

Das lag an zwei Gründen: Es fehle an einem Konzept und einem Finanzierungsmodell, zudem stießen sich SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser und VP-Ortsparteichef Roman Schinnerl an der Formulierung. „Hier steht, die Gemeinde solle mit all ihren verfügbaren Mitteln das Vorhaben unterstützen. Das klingt für mich danach, als ob wir auch die Kosten übernehmen sollen. Das geht nicht“, erläutert Schinnerl.

„Eine positive Volksbefragung hat mit Sicherheit mehr Gewicht als eine Unterschriftenliste.“Manfred Mitmasser, SP-Bürgermeister

Für Kranzl eine Argumentation ohne Basis. „Die Einwände von Kollegen Schinnerl und Bürgermeister Mitmasser, es würde kein Konzept geben, kann ich nicht nachvollziehen. Es werden doch seit Monaten die Eckpfeiler für eine Wiederinbetriebnahme der Donauuferbahn öffentlich genannt.“

Bürgermeister Manfred Mitmasser (SPÖ) setzt auf direkte Demokratie.
Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf

Ein möglicher Betreiber, die Zustimmung des Hartsteinwerks Loja, den Schottertransport auf Schiene zu bringen, die Unterstützung des Projekts vonseiten der Stadt Krems und auch des Landes Oberösterreich – für Kranzl ist klar: „Wäre dies im Jahr 2013 vorgelegen, hätte es keine Auflassung gegeben.“

Punkto Finanzen – sie schätzt die Kosten zur Neuverlegung der Gleise sowie der Brückenwiederherstellung übrigens auf rund 11,5 Millionen Euro – kann sich die Dorferneuerungs- und Listenobfrau die Kritik ebenso nicht erklären. „Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde wurde ebenfalls stets von uns ausgeschlossen, denn dies ist nicht Aufgabe einer Kommune. Ich empfehle, den Text des Antrags genau zu lesen. Vielleicht findet man jetzt nach den Gemeinderatswahlen wieder zu mehr Sachlichkeit“, meint Kranzl.

Jetzt heißt es jedenfalls abwarten. Auf Vorschlag von Bürgermeister Mitmasser wird es zum Thema Revitalisierung der Donauuferbahn eine Volksbefragung geben. Diese soll auf einem Grobkonzept – samt Finanzierungsplan – basieren. „Der Gemeinderat alleine sollte diese Entscheidung meiner Meinung nach nicht treffen. Eine positive Volksbefragung hat mit Sicherheit mehr Gewicht als eine Unterschriftenliste. Wenn das alle betroffenen Gemeinden machen, ist das ein noch viel stärkeres Signal“, erklärt er.