Revitalisierung der Donauuferbahn: Neue Initiative verfolgt altes Ziel

Erstellt am 26. Juni 2022 | 04:38
Lesezeit: 3 Min
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Wolfgang Hnat ist Obmann von „Restart Wien - Krems Linz“.
Foto: privat
Wolfgang Hnat verließ die Initiative „Donauuferbahn jetzt“. Als Obmann einer neuen Initiative präsentiert er ein neues Konzept.
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Wolfgang Hnat wuchs in Persenbeug-Gottsdorf auf. Seit seiner Diplomarbeit zur Revitalisierung des Persenbeuger Bahnhofs hält er an der Revitalisierung der zwischen Hofamt Priel und Emmersdorf stillgelegten Donauuferbahn fest – nun als Obmann der Initiative „Restart Wien - Krems - Linz“.

NÖN: Gleich zu Beginn salopp gefragt: Wozu gibt’s die Initiative „Restart Wien - Krems - Linz“ nun, wenn es eh die Initiative „Donauuferbahn neu“ gibt? Wozu diese „Abspaltung“ bei gleichem Ziel?

Wolfgang Hnat: Wir sind keine Abspaltung, sondern eine überregionale Initiative. Die Initiative „Donauuferbahn jetzt“ setzt sich für die Donauuferbahn ein und wir setzen uns überregional für die ganze Strecke Wien - Krems - Linz ein. Wir sind gut miteinander vernetzt und verfolgen schließlich auch ein gemeinsames Ziel.

Unter der neuen Initiative haben Sie ein neues Konzept zur Bahn-Rettung herausgegeben. Wie war Ihre Herangehensweise dafür?

Hnat: Wir haben damit begonnen, den Ist-Stand zu analysieren. Daraufhin haben wir uns getrennt mit der Geschichte und der politischen Geschichte befasst. Aus den Bürgermeistern, die zuvor Bahnbefürworter waren, wurden schließlich Bahnblockierer.

Aus der Landes- und Lokalpolitik gab es zuletzt nur Absagen für die Revitalisierung. Derzeit mangelt es aber auch an Rufen aus der Bevölkerung. Ohne der wird eine Umsetzung schwer – wie wollen Sie die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot holen?

Hnat: Die laufende Petition der Initiative „Donauuferbahn jetzt“ zählt trotz geringer Bekanntheit bereits 3.754 Unterstützerinnen und Unterstützter (Stand Montag, Anm.). Dies zeigt das Interesse der bereits informierten Bevölkerung. Auch die NÖN-Umfragen zu diesem Thema sind klar ausgefallen. Wie wir es schaffen wollen mehr Leute ins Boot zu holen? Das ist eine gute Frage, aktuell liegt unsere Hoffnung in der Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis 2022. Und wir versuchen, auf Social Media bekannter zu werden.

Die Initiative „Donauuferbahn jetzt“ hält nun an der Idee einer Bahnbrücke in Pöchlarn für eine neue Donauuferbahn fest. Was sagen Sie dazu?

Hnat: Die Idee einer Bahnbrücke in Pöchlarn existiert schon länger und ist aus unserer Sicht zu unterstützen. Je mehr Verbindungen zu anderen Bahntrassen geschaffen werden, umso besser. So kann künftig bei Betriebsstörungen besser ausgewichen werden und der Güterverkehr effizienter abgewickelt werden.

In Ihrem Konzept geht‘s auch um die Nutzung des Bahnhofs Persenbeug. Der hat allerdings schon eine neue Bestimmung – die Gemeinde will den Augenarzt dort unterbringen. Wie wollen Sie diese Pläne ändern?

Hnat: Eine Arztpraxis neben einer Bahntrasse oder künftigen Bahntrasse ist so oder so meiner Meinung nach nicht umsetzbar.

Was sind Ihre nächsten Schritte?

Hnat: Mehr Personen erreichen – und weiterhin versuchen, in Kontakt mit den Bürgermeistern zu treten, um diese noch zur Vernunft zu bringen. Weiters wollen wir mit Klimaministerin Gewessler ins Gespräch kommen.

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